Beiträge von stiwa

    Genau hierfür ist die fünfte Stange, da mit dem Loch eine Zeltstange aus vier Elementen zu kurz ist. Sie ist also nicht in Reserve.

     


    Da kommt man mit einer zusätzlichen Stange nicht weit.

    Ein Element hat eine Bauhöhe von 24,5 cm. So hoch soll doch schon die Isolierung sein und dann braucht man auch noch mindest ein weiteres Element, um überhaupt unter die Oberfläche zu kommen.

    Das sind alles so Punkte, die mich an der Praktikabilität dieser Ausführung zweifeln lassen.


    Beim BGS haben wir uns übrigens nie unterm Zelt eingegraben.

    Ansonsten haben wir aber viel und tief geschanzt :-)

    Ja, so viel zur Theorie.

    Aber, hat das schon mal jemand in der Praxis ausgeführt?

    Meine Bedenken mit der Verankerung der Zeltbahnen sehe ich dadurch nicht ausgeräumt.


    Hallo Detlev.


    Deine Heringe sehen aber auch deutlich anders aus.

    Denen fehlt an den Seiten die Verstärkungssicke und sie sind mit 21 cm deutlich länger!


    Wer hat noch solche Heringe in Zeltstabtaschen vorgefunden?

    Ja, davon habe ich auch gehört.

    Praktisch habe ich das aber noch nicht erlebt.

    In "Der Dienstunterricht im Heere" von BRANDT/REIBERT aus dem Jahr 1959 steht dazu:

    "Feldmäßige Unterkunft

    Der Soldat wird meist außerhalb von Ortschaften in Feldlagern biwakieren müssen. Hier muß er sich mit einfachen Mitteln und kurzfristig feldmäßige Unterkünfte oder Unterschlupfe herstellen können.

    Beschußfeste Unterkünfte werden aus Zeitgründen nur selten hergestellt werden können. Der Soldat hat daher in der Nähe seiner Unterkunft Deckungslöcher anzulegen. Unterkünfte für mehrere Soldaten müssen mindestens zwei Ausgänge haben.

    Zelte sind am schnellsten aufzubauen und bieten am raschesten Kälte- und Windschutz.

    Die einfachste Art ist der Windschutz aus 1-2 Zeltbahnen, die verspannt und an einem Baum oder anderen festen Gegenständen befestigt werden.

    Das Giebelzelt (Dackelgarage) hat sechseckige Form und wird durch zwei Zeltstöcke gehalten. Um ihm einen festen Halt zu geben sind Zeltbahnen vom Giebel nach außen zu verspannen, die bei Nacht zu kennzeichnen sind.

    Sind keine oder nur ungenügend Zeltbahnen vorhanden ..."


    Da wird nicht von Gruben unter dem Giebelzelt geschrieben.

    Ich stelle mir das auch nicht so einfach vor die Heringe in einen festen Sitz zu bekommen, wenn sie unmittelbar an der Grube eingeschlagen werden müssen. Die Zeltspannung würde sie doch mit dem Erdreich in die Grube ziehen.

    Das mit der Grube kommt bestimmt noch von den alten Fronthasen, die ständig unter Beschuss lagen.


    Hat das mit der Grube schon mal jemand dienstlich oder privat praktiziert?

    Zu den Zeltbahnen ist hier ja mittlerweile wohl alles geschrieben worden.

    Schade nur, dass die frühen Bilder vom murkser nicht mehr angezeigt werden :-(

    ...

    Ich möchte eure Aufmerksamkeit daher einmal auf das Zeltzubehör der Amöbentarnrplanen lenken.

    Bisher dachte ich immer, dass er nur die eine Sorte gibt, die so aussieht:



    Durch einen Beitrag hier im Forum, wurde meine Aufmerksamkeit aber auf eine ganz frühe Ausführung dieser Zeltstabtasche gelenkt, die sich vom Inhalt her deutlich unterscheidet.

    Die sieht so aus:


      


    Auf den ersten Blick nichts Neues ... Dachte ich auch immer.

    Schaut man einmal genauer hin, fällt auf, dass in den Zeltstäben keine Zeltheringe sind:



    Wären welche drinnen, könnte man die Tasche nur mit viel Würgen schließen. Dieser Umstand ist mir schon bei einigen meiner Taschen übel aufgestoßen.

    Die Erklärung dazu findet sich nach dem Öffnen:



    Hier sind nur vier Zeltstäbe vorhanden, die man eigentlich auch nur braucht, um eine Dackelgarage aufzustellen. Dafür sind mittig noch vier Heringe eingeschoben, die ich bisher bei der Bw-Ausrüstung nicht kannte.



    Die Heringe sind aus dreieckig geformten Alublech, welches seitlich mit Verstärkungssicken versehen wurde.



    Diese Zeltheringe sind deutlich kürzer als die späteren Modelle, die sich aus Stabilitätsgründen wieder an den alten Wh-Heringen orientiert hatten und dann auch in die Zeltstäbe eingeschoben werden konnten.

    Dadurch hatte man dann einen Steckplatz frei und es gab die Möglichkeit eine Reservestange und Hering mitzuführen.



    Der frühe Zelthering hat eine Länge von 17 cm und konnte damit auch nicht so tief im Erdreich verankert werden. In hartem Boden wird er wegen der Blechprägung sowieso seine Schwierigkeiten gehabt haben (wie man bei dem einen oben gut erkennen kann).


    Aber dieses Detail ist wieder einmal ein schönes Beispiel dafür, dass man bei der Ausrüstung der Bundeswehr nicht auf bewährte Ausrüstungsteile zurückgegriffen hatte. Es durfte ja nichts an die Wehrmacht erinnern. Man musste halt erst wieder neue Erfahrungen sammeln, um dann doch wieder auf die alt bewährten Formen zurück zu kommen.


    Diese Heringe kannte ich übrigens schon vorher von der belgischen Armee.

    Die sahen dort so aus:



    Sie stammen ebenfalls von 1956 und wurden bis auf den Tarndruck in absolut identischer Form zur Bw-Ausführung von Stromyer aus Konstanz für die belgische Armee (ABL) hergestellt!



    Ich finde es sehr interessant, dass es immer wieder neue Details zu den frühen Ausrüstungsgegenständen der Bw zu entdecken gibt, die man hier im Forum so nebenbei vermittelt bekommt :daumenhoch:

    Die wurden sicherlich von verschiedenen Herstellern produziert.

    Hinten findet sich meistens ein Aufkleber oder Stempel.

    So wie hier:

    Dann könnte man genauer forschen.


    Meines Wissens wurde eigentlich gängige Möbelschlösser verwendet, die man noch bekommen sollte.

    Einfach mal ausbauen und mit in einen gut sortierten Baumarkt gehen.

    Da habt ihr das ja gut gehabt.

    Beim BGS gab es für jedes Kleidungsstück 1 Paar Schulterstücke.

    Dafür waren die aber auch alle gleich.

    Ansonsten wurde auf den Kammern immer sehr geknausert :|

    ...

    "Soldatennachlass 60er Jahre über 15 Teile Rucksack Tragegeschirr Koppel usw."


    Link zur abgelaufenen Auktion: https://www.ebay.de/itm/Soldat…nc&_trksid=p2047675.l2557



    Der klasse erhaltene Teil einer Reservistenausrüstung konnte für 56,00 € aus der Bucht gezogen werden ...


      ... dabei waren auch die seltenen "Maulkörbe"

    Zur Ergänzung hier noch mal die letzte Broschüre mit Uniformen und Abzeichen von 1990 aus der rein oliven Zeit:




    Hier gibt es schon den Stabsgefreiten bei den Mannschaften