Beiträge von Prospero

    dieser Stander ist vom "Kommandeur eines Wehrbezirkskommando"


    Siehe Hier: https://de.wikipedia.org/wiki/…ndozeichen_der_Bundeswehr

    Hier irrt Wikipedia - wie so oft. Bei der Bundeswehr gab es nie Wehrbezirkskommandos, sondern nur
    - Wehrbereichskommandos (Führungsebene Korps bis 1970, dann Führungsebene Division)
    - Verteidigungsbezirkskommandos (Führungsebene Brigade).
    Wehrbezirkskommandos gab es bei der Wehrmacht und der NVA.

    Der gezeigte Stander gilt also wegen der zwei horizontalen Streifen für einen Verband oder eine Dienststelle in Brigadegröße, wegen dem Bundesadler für eine Einheit des Territorialheeres. In Frage kommen also
    - Verteidigungsbezirkskommando
    - Heimatschutzkommando (gab es es nur von 1970 bis 1980)
    - Heimatschutzbrigade ( 5er oder 6er Reihe, von 1980 bis 1992/93).

    Anbei noch zwei Bilder zum Thema "Nicht-Heeres-Feldjäger".
    Zuerst einige Uniformen aus der Lehrsammlung der Feldjägerschule. Links ist ein Marine-, daneben ein Luftwaffenfeldjäger.



    Als zweites ein Gruppenfoto des Feldjäger-Wachkommandos Wilhelmshaven, das 1957 rein von Marine-Feldjägern betrieben wurde.




    Grüße
    Jörg

    Feldjäger bei der Luftwaffe sind mir völlig neu :staun: Gab es so etwas :?:

    Ja - gab es in den Anfangsjahren der Bundeswehr. Die Feldjägertruppe war damals paritätisch aus Heer, Luftwaffe und Marine zusammengesetzt, es gab damals also auch "Marinefeldjäger".
    Dabei strebte man je nach Standort bzw. Einsatzraum eine Mischung entsprechend der dort vorhandenen Verbände an. In Hamburg waren im dortigen Feldjägerwachkommando tatsächlich Heeres-, Luftwaffen- und Marinefeldjäger, in Kiel dagegen überwog die Marine, in München gab es eine ziemlich ausgewogene Mischung aus Heer und Luftwaffe.
    Diese Mischung wurde allerdings nur bei den Feldjägerkompanien (Bataillone gab es damals nicht) der Territorialen Verteidigung und der Basisorganisation vollzogen, in der Praxis damit nur bei den Feldjägerkompanien der Wehrbereiche, der Lehrkompanie und der Bonner Kompanie.
    Die Divisionsfeldjägerkompanien des Feldheeres bestanden dagegen reinrassig aus Heeressoldaten. Da diese zwölf Divisionskompanien mit damals bis zu 5 Feldjägerzügen die eigentlichen Träger des Feldjägerdienstes waren, fielen die "Exoten" der Luftwaffe und Marine und bei den anderen acht Kompanien der TerrVtg nicht so auf.

    Die Feldjägertruppe war damals eine sog. "Durchgangs-Waffengattung", d.h. die Soldaten der Luftwaffe und der Marine wurden nur für einige Jahre zur Feldjägertruppe versetzt.
    Dieses System hat sich aber nicht bewährt und wurde mit dem Übergang zur Heeresstruktur 2 ab 1959 abgeschafft, es gab dann nur noch Heeressoldaten bei den Feldjägern - allerdings weiterhin mit Zuständigkeit und Befehlsbefugnis auch für Luftwaffe und Marine.
    Ich habe noch 1977 beim Unteroffizierlehrgang an der Feldjägerschule in Sonthofen einen Oberleutnant (Fachdienst) als Hörsaalleiter gehabt, der in den späten 1950er Jahren als "Marinefeldjäger" beim damaligen Feldjägerwachkommando Plön seinen Dienst begonnen hatte.

    Ab 1959 erhielt die Feldjägertruppe auch eigene Ausbildungseinheiten.
    Die Offiziere allerdings kamen weiterhin von anderen Truppengattungen und wurden zum Feldjäger umgeschult. Oft waren das sog. "Pflichtabgaben", was der Feldjägertruppe nicht immer gut bekam. Andererseits hatten die Feldjägerkompanien einen sehr guten Stellenschlüssel mit entsprechenden Aufstiegsmöglichkeiten (alle Kompaniechefs Majore, alle Zugführer Hauptleute, pro Kompanie mit 3 Zügen ingesamt 8 Offiziers-Planstellen), so dass es eigentlich genug Freiwillige gab.
    Eine eigene Offizierausbildung für die Offizieranwärter der Feldjäger gab es erst ab 1981.

    Reicharbeitsdienst Abt. K4/322 (H327) - Das ist eine Reichsarbeitsdienst-Abteilung. Das K steht für Kriegseinsatz, das waren z.B. Abteilungen die beim Ausbau des Westwalls eingesetzt waren.
    Abteilungen mit der Nummer 322 stammen aus dem damals sog. Arbeitsgau XXXII Saar-Pfalz (Westmark).


    Wehrmacht 118/ 3./Inf.Ers.Btl.124. Steht für die 3. Kompanie des Infanterie-Ersatz-Bataillons 124. Das war eine Ausbildungseinheit, zu der Dein Vater wahrscheinlich nach dem Arbeitsdienst eingezogen wurde.
    Die Standorte des Bataillons wechselten mehrfach, siehe dazu

    http://www.lexikon-der-wehrmac…ErsBat/InfErsBat124-R.htm


    Das war aber nicht die Einheit, bei der er dann später im Einsatz war! Einige Verbände, für die dieses Bataillon den Personalersatz stellte, sind unten auf der erwähnten Website aufgeführt.

    118 könnte die Erkennungsmarkennummer sein, dazu müsste man wissen, in welchem Kontext diese Einheitsbezeichnungen genannt wurden. Die Erkennungsmarke erhielt der Soldat bei seiner Ausbildungseinheit, darauf wurde die laufende Nummer und die Bezeichnung des Ersatzbataillons angegeben. Diese Marke behielt der Soldat während seiner gesamten Dienstzeit, auch bei Versetzung zu anderen Truppenteilen. Man kann also von der Angabe auf der Erkennungsmarke nicht auf den Fronttruppenteil schließen.

    Grüße
    Jörg

    Denn nur in der 4. (Feldzeug-)Kp des VersBtl bekam der Munga ja schließlich seinen Rüstsatz, bei Dir also Variante "Sanitätstransport".

    Vielleicht habe ich Sehstörungen - aber bei den Fotos des schönen Munga sehe ich keinen "Sanitätstransport" - mir fehlen da die Tragen.
    Ich sehe einen F 91/4, ausgestattet mit zwei Funkgeräten. Wenn er wirklich bei der 2./226 lief, bleiben da nur wenig Möglichkeiten.
    Wir haben ein fest eingebautes Fahrzeugfunkgerät (Antenne hinten links) und ein wahrscheinlich tragbares Gerät neben dem Beifahrersitz. Das Fahrzeugfunkgerät war damals ein Gerät der GRC- oder VRC-Serie, das tragbare eines der PRC-Serie.

    Wer fuhr damals in der SanKp des VersBtl einen 0,25 t mit zwei Funkgeräten, wer musste 2 Funkkreise halten?
    a) der Kompaniechef:
    - einmal den Bataillonsführungskreis,
    - dann den Kompanieführungskreis der SanKp (wobei dieser sehr überschaubar war).

    b) der Zugführer des Krankenwagen-Transportzuges
    - einmal den Kompanieführungskreis
    - dann den Zugführungskreis, weil in diesem Zug gab es drei Gruppen mit gepanzerten KrKw (Spz kurz - San), die ebenfalls über Funk verfügten.

    Ansonsten gab es in dieser Kompanie keine 0,25 t Funk, den die beiden Funktrupps der Kompanie für den KpGefStand waren auf 1,5 to.
    Siehe beigefügte Gliederungsskizze einer 2. (Sanitäts-) Kompanie eines BrigadeversorgungsBtl.



    Nähere Angaben zum Einsatz dieser Sanitätskompanie Brigade findet man nur sehr verstreut in Schriften die sich allgemein mit der Versorgung befassen:

    - Böhringer, Richard: Das Versorgungsbataillon, In: Truppenpraxis 2/1960, S. 121 – 125.

    - Glüher, Berthold / Mayne, Hans-Joachim: Die Truppenversorgung - Ein Buch mit sieben Siegeln? (Handbücher der Truppenversorgung 1), Regensburg 1962.

    - Hawickhorst, Heinrich: Taschenbuch für den Sanitäts- und Gesundheitsdienst der Bundeswehr. 10. Folge – 1968, Darmstadt 1969.

    oV.: Das Versorgungsbataillon im Einsatz, In: Truppenpraxis 1/1961, S. 27 ff.


    Als Vorschrift wird dabei immer wieder erwähnt „HDv 302/4.- Die Brigadesanitätskompanie (2. Kompanie des Versorgungsbataillons der Brigade)“, die mir allerdings noch nicht in die Finger gekommen ist.

    Die drei Brigade-Sanitätskompanien wurden zur Aufstellung der Divisions-Sanitätsbataillone benötigt.

    Im Falle des Gebirgsversorgungsbataillons 226 lief das etwas anders. Die Gebirgsjägerbrigaden hatten weiterhin eigenständige Sanitätskompanien. Daher trat die 2./GebVersBtl 226 nicht zum GebSanBtl 8, sondern wurde in die Gebirgssanitätskompanie 220 umgegliedert und gehörte damit weiter zur Gebirgsjägerbrigade 22. Erst bei der Umgliederung dieser Brigade in die PzGrenBrig 22 im Zuge der Einnahme der Heeresstruktur 4 wurde die Gebirgssanitätskompanie 220 in das SanBtl 8 eingegliedert.

    Grüße
    Jörg

    Ich meine mich dunkel zu erinnern, dass in alten Vorschriften und Ausbildungshilfen der Bundeswehr aus den 1960er Jahren bei der Bahnverladung für die Truppe der Gebrauch von Lampen mit blauen Licht vorgeschrieben war. Da bei der Bahn weiß, rot und grün die Farben der Signalanlagen waren, wollte man damit offenbar für die Zugführer und das Rangierpersonal eine Verwechslung mit Signalen vermeiden.

    Aber wie gesagt - nur eine schwache Erinnerung, das ich mal so etwas gelesen habe. Falls ich noch eine Quelle finden sollte, melde ich mich.

    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    interessehalber eine Frage:
    Hast Du bewusst das Kennzeichen einer "Gebirgs-Sanitätskompanie 8" gewählt? Ich frage deshalb, weil es diese Kompanie nach meinem Kenntnisstand nur einige wenige Wochen im Frühjahr 1957 gab, da schon ab Mai 1957 aus dieser Kompanie das Gebirgs-Sanitätsbataillon 8 aufgestellt wurde.
    Standort war Brannenburg.

    Grüße
    Jörg

    Der "Karlsruher Virtuelle Katalog" eine Meta-Suchmaschine über viele Bibliotheken, spuckt zum Stichwort Vergasertechnik aus:
    http://kvk.bibliothek.kit.edu/…js=yes&inhibit_redirect=1

    Gibt man nur Vergaser ein, kommt noch viel mehr:
    https://kvk.bibliothek.kit.edu…&ref=direct&client-js=yes




    Wenn man die Einträge anklickt, bekommt man auch angezeigt, in welcher Bibliothek das Buch verfügbar ist und kann klären, ob man es von dort per Fernleihe über die örtliche Bibliothek bekommen kann.

    Grüße
    Jörg

    Zitat

    ... wobei das Wm (Wachtmeister?) in Ostw (Oberstabswachtmeister?) geändert wurde.

    Ich lese da "OStv", das ist die offizielle Abkürzung für den "Offiziersstellvertreter" beim österreichischen Bundesheer (entspricht etwa dem Oberstabsfeldwebel bei der Bundeswehr). Also ein weiteres Indiz für Österreich.

    Grüße
    Jörg

    Allerdings kommen mir die 8h Nachtruhe etwas kurz vor. Zivil sind es aktuell 11h (2x die Woche auch 9h möglich)

    Ich habe ja deswegen geschrieben: Stand 1996. In den 1980er Jahren galten bei der Bundeswehr die zivilen Bestimmungen über Lenk- und Ruhezeiten überhaupt nicht.

    Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern dass einer der Kameraden auch nur ansatzweise in Gefahr gekommen ist die Lenkzeit zu überschreiten, und zu schnell war auch nur sehr selten mal ein Thema. Insofern könnte ich mir vorstellen dass bei BW-Fahrzeugen eigentlich gar keine Notwendigkeit zu solchen Automaten bzw. Fahrerkarten besteht. Oder liege ich da grundlegend falsch?

    Aus alten Unterlagen meiner Zeit bei den Feldjägern - Stand 1996:


    Es galt folgende Regelung:

    Wenn Kfz mit Fahrtenschreiber ausgerüstet sind, sind diese in Betrieb zu nehmen und gem. § 57 a Abs. 2 StVZO zu benutzen. (ZDv 43/2 Nr. 326).


    Für Lenk- und Ruhezeiten galt:

    Dienstkfz über 2,8 t zGG oder KOM dürfen nicht länger als 9 h geführt werden.

    Nach 4,5 Stunden sind 45 Min Pause oder vorher 3 Pausen zu 15 Min einzulegen.

    Nach 9 Stunden sind mindestens 8 Stunden Ruhezeit ohne dienstliche Aufträge einzulegen.

    Geregelt war das damals in der ZDv 43/2 Nr. 524, ergänzt durch ein Fernschreiben des Heeresamtes, HA II 4 v. 23.02.94, gae 0355.


    Wenn Interesse besteht, ich habe noch einige Feldjägermeldungen aus der ersten wilden Zeit in Leipzig nach Übernahme der NVA (1993/94), die Verstöße gegen diese Fahrtenschreiberbestimmungen behandeln. Lenkzeitenüberschreitungen kamen durchaus vor – vor allem bei Zivilkraftfahrern der Bundeswehr.

    Die haben eine Länge von 7,7 cm im Rohr und da kommt vorne eine Menge Mist mit raus und sammelt sich im Rohr der Pistole.

    In dem schönen Heft "Erkennen und Vermeiden von HAndhabungs- und Pflegeschäden an HAndwaffen" (Sonderheft der "Wehrausbildung" von 1968) ist dieses Problem explizit angesprochen - siehe beigefügten Auszug daraus.
     

    Grüße
    Jörg

    Ich habe zur Regeneration von altem, hart und rissig gewordenen Leder beste Erfahrungen mit Ballistol gemacht. Für Ledersitze im Auto vielleicht nicht optimal, weil das gesättige und wieder weich gewordene Leder Öl an der Oberfläche abgibt. Aber für Dinge wie z.B. Pistolentaschen, Gürtel, Riemen und Geschirre aller Art, Schuhe ist es nach meinen Erfahrungen optimal, um diese Sachen wieder geschmeidig zu kriegen.

    In einem anderen Forum wurde im Rahmen einer Diskussion zum Thema „Eisenbahnpioniere der Bundeswehr“ die beigefügte Skizze eines FAUN-Kippers L 912/5050A gezeigt. Der FAUN ist offenbar für Schienenfahrt eingerichtet.

    Weiß jemand mehr zu diesem Fahrzeug? Wurden tatsächlich solche „Schienen-FAUN“ gebaut?

    Grüße
    Jör

    Der Text zum Kalenderblatt enthält, wie bei diesen Kalender üblich, wieder Fehler:

    Zitat

    Jede Division und jedes Korps haben eigene Heeresfliegerkräfte.


    Die Luftlandedivision hatte bereit seit 1964 keine Heeresflieger mehr. Damals wurde aus der Heeresfliegerstaffel 9 die Heeresfliegerstaffel 10, Ersatz gab es nicht. 1964 wurde auch die meisten anderen Divisionstruppen der Luftlandedivision zur Aufstellung vor allem der 12. Panzerdivision herangezogen (z.B. PiBtl 12)


    Zitat

    zweitens unterstützen die Heeresflieger ihre Kameraden auch durch Kampf - Kampf gegen den gefährlichen Feind der Grenadiere, gegen Panzer, auf die sie mit Lenkraketen vom Typ SS-11 Jagd machen.


    1968 gab es allenfalls einige Truppenversuche mit der SS 11 an der Alouette, aber keine einsatzfähigen Panzerabwehrhubschrauber.

    Grüße
    Jörg

    Damit werden Fotos, Karten, Plakate usw. rückwärts mit einem speziellen Wachs beschichtet. Dieses Wachs hat eine Klebewirkung, die so behandelten Stücke können aber jederzeit wieder von der Unterlage, auf der sie befestigt wurden, entfernt werden. Also so eine Art Post-It.
    Verwendet wurden diese Teile früher im grafischen Gewerbe, wenn Layoutvorlagen montiert wurden. Weiter konnte man die so beschichteten Teile bei immer wieder veränderbaren Collagen einsetzen, z.B. bei Dekorationen.
    Andere Verwendungsmöglichkeiten waren das Aufziehen von Fotos oder Karten auf Platten oder Kartons.
    Einsatz bei der Bundeswehr wahrscheinlich in irgendwelchen größeren Druckereien, also vorwiegend bei großen Stäben oder Ämtern. Denkbar wäre auch die Verwendung bei der Topographietruppe (Montage von Druckvorlagen für Karten und Pläne).

    Grüße
    Jörg