Beiträge von Prospero

    "Friseurkoffer Bundeswehr - Originalzustand - unbenutzt - TOP"

    Hallo,

    weiß zufällig jemand, in welchen StAN solche Friseurausstattungen enthalten waren? Ich könnte es mir bei der Lazarettorganisation des TerrH (Reservelazarette und Lazarette 200) vorstellen oder bei den in der Heeresstruktur 1 geplanten, aber nie aufgestellten Bade-Einheiten. Vielleicht auch noch bei den beiden von 1964 - 1971 als Geräteeinheiten vorhandenen Wäscherei- und Bekleidungskompanien 143 bzw. 243. Aber sonst?

    Grüße
    Jörg

    Anmerkung am Rande: Das "Dach" über dem taktischen Zeichen kennzeichnet ortsfeste territoriale Einrichtungen....


    Kleine Ergänzung: Bis 1972 war das "Dach" das Zeichen für das Territorialherr allgemein. Auch die Truppenteile des TerrH wurden so dargestellt - siehe beigefügtes Gliederungsbild eines Grenadierbataillons TV von 1966.

    Grüße
    Jörg

    Man hat früher (seit Kaiserszeiten) bei den Uniformen je nach deren Tragezustand von der "1." bis zur beispielsweise "3. Garnitur" gesprochen. Die "1. Garnitur" war im besten Zustand und wurde nur bei ganz besonderen Anlässen (Paraden, Besichtungen usw.) getragen. In alten Befehlen findet man die Anordnung, dass die Truppe mit der 1. Garnitur anzutreten habe.
    Aus dieser etwas formellen "1. Garnitur" wurde dann im Umgangston die "1. Geige".

    Wenn man noch dieser in diese Materie einsteigt, landet man bei der Kompaniewirtschaft. Das ist recht gut bei Wikipedia besschrieben:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kompaniewirtschaft

    In Bezug auf die Uniform hieß das vereinfacht: Je mehr ein Kompaniechef seine guten Uniformen (die 1. Garnitur) schonte, desto mehr lohnte sich die Kompanieführung für ihn.

    schon etwas seltsam

    Die ganze Zusammenstellung ist etwas seltsam:
    1. Lt. Verbandsabzeichen am Ärmel GebJgBrig 23. Diese Brigade hatte nur von 1971 - 1980 einen selbständigen Spähzug, nachher war er Teil der Stabskompanie. Ab 1981 gab es in der GebJgBrig keinen Aufklärungszug mehr.
    Vor 1972 wird es bei dieser Brigade hinsichtlich der Aufklärer noch unübersichtlicher:


    Anfang 1959 wurde eine Gebirgs-Panzeraufklärungskompanie 230 aufgestellt, die bereits Ende 1959 Teile zur Aufstellung PzAufklBtl 10 abgab und dann 1964 aufgelöst wurde. Reste bildeten denSpähzug GebJgBrig 23 in der BrigStabskompanie.

    Neu-Aufstellung der Kompanie März 1970 aus Teilen der Gebirgs-Panzeraufklärungs-Kp 8. Diese (2.) GebPzAufklKp 230 wurde im März 1971 aufgelöst und in den Gebirgs-Panzerspähzug 230 umgegliedert.

    2. Schützenschnur: "Offiziere erhalten und tragen keine Schützenschnur".

    3. Verbandsabzeichen auf der Brustseite: Das Abzeichen ist zwar verdeckt, aber das Abzeichen des Gebirgspanzeraufklärungsbataillon 8 ist es nach meiner Meinung nicht. Ich weiß nicht, ob der Brigadespähzug der Brigade 23 vor 1981 ein eigenes Abzeichen hatte - ich würde sagen, eher nicht. Diese Auswüchse, das selbst kleinste Einheiten eigene Abzeichen hatten, begannen im großen Stile erst nach 1980.

    4. Vom Schnitt und Zustand würde ich diese Jacke am ehesten in die frühen 1960er Jahre einordnen - da gab es aber keine Brustabzeichen. Das die Jacke in keiner Weise der Anzugsordnung entspricht, ist eine andere Sache. Aber Aufklärer hatten hier schon immer Narrenfreiheit. Fehlt eigentlich nur noch das goldgelbe Jackenfutter.

    bei dem mittleren Bild bin ich schon mal um Hilfe bei der Identifizierung gebeten worden.

    Das mittlere Bild ist vor dem Feldjägerdienstkommando Karlsruhe aufgenommen. Eingesetzt waren hier:


    1956 – 1960 III. u. V. Zug 1./FJgBtl V

    1960 – 1966 III. Zug 1./FJgBtl 750

    1966 – 1967 III. Zug 3./FJgBtl 750

    1967 – 1979 Kompanieführung, Fernmeldezug (bis 1971) u. I. Zug 2./FJgBtl 750


    Bei der Umgliederung zur Heeresstruktur 4 wurde das Feldjägerdienstkommando Karlsruhe aufgegeben. Aus der damaligen 2./FJgBtl 750 wurde die 6./FJgBtl 750 mit Standort in Bremgarten/Eschbach. Eine "neue" 2./FJgBtl 750 wurde in Bruchsal durch Umbenennung und Umgliederung er LL-FJgKp 9 gebildet.

    Aber es waren anfangs ja auch andere DienstKfz im Streifendienst unterwegs, wie z.B. der AU 1000. Da gab es dieses Problem ja auch.

    Der AU 1000 wurde bei den Feldjägern nur in wenigen Exemplaren eingesetzt, meistens zur Geschwindigkeitsüberwachung mit der damaligen TRAFFIPAX-Anlage. Mit diesen in den DKW eingebauten Traffipax-Geräten wurde eigentlich die Geschwindigkeit durch Hinterherfahren gemessen. Da wäre eine Kennzeichnung unpraktische gewesen. Es gab auch vorne auf diesen Fahrzeugen kein FJg-Schild, siehe z.B. auf dem unten verlinkten Bild von diesem KFZ bei der Feldjägerschule.
    Die Kameras waren von Robot, mit einem Federwerk zum automatischen Spannen und Auslösen. Die eine Kamera fotografierte das vorausfahrende Fahrzeug, die andere war so eingestellt, dass sie einen zweiten geeichten TAchometer mit der aktuell gefahrenen Geschwindigkeit aufnahm. Das System war recht umständlich und war deshalb auch nicht lange im Gebrauch, die Kameras gab es allerdings noch lange bei den Feldjägern für Dokumentationszwecke (Unfallaufnahme etc.).
    Diese AU 1000 gab es fast nur bei den Feldjägerkompanien des Territorialheeres (1 - 2 Fahrzeuge pro Wehrbereich), sowie an der Feldjägerschule für den speziellen Lehrgang zum Umgang damit. Die Divisionsfeldjäger waren damit nicht ausgestattet.
    Man muss sich dabei auch vor Augen halten, dass der AU 1000 in der Bundeswehr in der Rolle eines "mittleren PKW" lief. Die mittleren PKW waren u.a für Bataillonskommandeure vorgesehen, aber nicht für die Kompanieebene.

    Drei Bilder zum AU 1000 bei der Feldjägertruppe zur Geschwindigkeitsüberwchung finden sich hier:
    http://www.cold-war.de/attachm…mentid=20034&d=1386440072
    http://www.cold-war.de/attachm…mentid=20033&d=1386440072
    http://www.cold-war.de/attachm…mentid=20032&d=1386440072

    Vor 1945 hatten Feldjäger-EinsatzKfz ja auch keine Kennzeichnung für hoheitliche Aufgaben.

    Tatsächlich als "Feldjäger" bezeichnete Soldaten gab es bei der Wehrmacht erst gegen Kriegsende. Diese Feldjäger-Truppenteile waren fast ausschließlich im Ordnungsdienst und bei der Versprengtenkontrolle eingesetzt und hatten dazu weitestgehende Befugnisse. Siehe dazu hier:
    http://www.lexikon-der-wehrmac…en/Ordnungstruppen/FJ.htm

    Die Aufgaben im Verkehrsdienst, für die man die RKL blau vor allem braucht, wurden dagegen von der Feldgendarmerie und in den Anfangsjahren des 2. Weltkrieges von den Verkehrsregelungsbataillonen erfüllt:
    http://www.lexikon-der-wehrmac…en/Ordnungstruppen/FG.htm
    http://www.lexikon-der-wehrmac…ehrsRegBat/Gliederung.htm
    Aber die Abgründe der Ordnungstruppen der Wehrmacht als Vorläufer der Bundesweh-Feldjäger führen doch etwas vom Thema weg.

    Ich kann mir übrigens durchaus vorstellen, dass das runde weiße Schild im Reservereifen (Foto oben) mit dem Schriftzug "Feldjäger" durchaus im Rahmen der vielen damaligen Versuchslösungen von oberer Stelle abgesegnet war. Irgendeine Kennzeichnung eines Feldjäger-Kfz nach hinten war sicher zweckmäßig und beim F 91/4 gibt es hinten nicht allzuviel Möglichkeiten ein größeres Schild anzubringen.

    Grüße
    Jörg

    Nun ja, Kai,


    das ist Wildwuchs und Wichtigmacherei. Viel interessanter finde ich die fehlende RKL auf der Fahrerseite neben der Windschutzscheibe. Ohne die ist ein Feldjäger-Einsatzfahrzeug ziemlich witzlos.


    Gruß, Wolf

    Die Feldjägertruppe hatte zunächst ab 1956 den Munga F 91/4. Dieser wurde anfangs ohne RKL blau verwendet, nicht einmal die Stange dafür war vorhanden. Die ab 1962 dann hauptsächlich als Streifenfahrzeug verwendeten F 91/8 hatten dagegen von vornherein die RKL blau. Ein Grund für die nicht vorhandene RKL blau lag anfangs auch darin, dass die StVZO (§ 52 Abs. 3) noch nicht geändert wurden war. Man stritt sich um die Formulierung. Die Feldjäger hießen bei der Aufstellung der Lehrkompanie Ende 1955 noch "Militärpolizei". Erst auf Einspruch der Länder, die um ihr föderalistisches Recht, der Aufstellung von "Polizei"- kräften fürchteten, musste die Bezeichnung 1956 auf "Feldjäger" geändert". Man wollte damit jeden Eindruck vermeiden, dass sich der Bund eine eigene operative Polizeitruppe schaffen würde. Deswegen ja auch damals "Bundesgrenzschutz".
    Man entschloss sich nach einigem Hin und Her dann doch in der StVZO die Formulierung "Militärpolizei" zu verwenden, weil dann damit auch alliierte Militärpolizeien abgedeckt waren.

    Ich füge im Anhang einige Fotos von 0,25 to Feldjägerfahrzeugen aus den Jahren 1956 - 1959 bei. Bei keinem der Fahrzeuge ist eine RKL blau zu erkennen. Das Photo oben stammt übrigens aus dem Jahre 1959, es ist bei einer der ersten Übungen der Gewässerorganisation Rhein aufgenommen und zeigt den Übergang mit der Flußfähre Mannheim. Das Photo ist reine Propaganda, direkt am Gewässer hat kein Feldjäger etwas verloren. Wahrscheinlich hat man das FJgKfz dekorativ dort hingestellt, da passt natürlich die Bemalung am Reserverad hervorragend.        
         

    Mal ganz ehrlich, was will man denn damit reißen, einen Wolf mit dem Pülverchen aus dem für die Fahrzeuggröße relativ kleinen Behälter abzupudern?


    Es soll ja auch nicht der ganze Wolf entgiftet werden. Dieser Dekontaminationssatz ist dafür gedacht, Stellen zu entgiften, die eventuell berührt werden müssen (Türgriffe, Lenkrad, Schalthebel etc.), damit mit dem Fahrzeug zu einer Dekontaminationseinrichtung gefahren werden kann. Damit soll verhindert werden, dass der C-Kampfstoff noch weiter verschleppt wird.

    Die Dekontaminationsausstattung ist Teil des Bordausstattungssatzes, im Falle des Wolfs also des Bordausstattungssatzes A.

    Damals gab es für den Hauptfeldwebel noch keine „Schwalbe„ auf den Schulterklappen.

    Der Dienstgrad "Hauptfeldwebel" wurde bei der Bundeswehr erst einige Zeit nach der Gründung eingeführt - ich meine um 1960. Bis dahin war die Reihenfolge Feldwebel - Oberfeldwebel - Stabsfeldwebel - Oberstabsfeldwebel (wobei die Stabsfeldwebel eine Prüfung ablegen mussten, um zu diesen Dienstgraden befördert werden zu können). Der "Hauptfeldwebel" war damals keine Rang, sondern eine Dienststellung - nämlich der spätere Kompaniefeldwebel. Man hatte also anfangs in der Bundeswehr die Regelung der Wehrmacht übernommen.
    Auch die NVA kannte keinen Dienstgrad "Hauptfeldwebel", auch dort war der Hauptfeldwebel eine Dienststellung.

    Und noch zwei:
    Die Fahrzeuge waren ausgesondert und wurden ab 1989 an der Schule für Feldjäger und Stabsdienst für die praktische Ausbildung Kfz-Kontrolle im Lehrgang "Kontrolle von Gefahrguttransporten der Bundeswehr" innerhalb der Kaserne eingesetzt. Ich hatte damals das Vergnügen, diesen Lehrgang als Lehrgangsleiter durchzuführen.
       

    7 to KHD als Flugfeldtankwagen 5 to MAN mit Tankaufsatzbehältern

    Der Bilder zweiter Teil.


    Praktische Ausbildung während des Lehrgangs ABC-Abwehr/SE-Offizier, 1984,

    Die nächsten sechs Bilder sind Übung "Ortskampf" während der Heereseinheitlichen taktischen Weiterbildung (HTW), 1986, TrÜbPl Hammelburg,
           

       

    Ich steuere auch ein paar Fotos aus lange vergangenen Tagen bei:

    1984 Standortübungsplatz München - Hochbrück, 1./FJgBtl 760, Panzernahbekämpfung mit der Panzerabwehrmine und Rauchkörpern



    1985 Truppenübungsplatz Grafenwöhr, 1./FJgBtl 760, Panzerüberrollbahn



    1985 Truppenübungsplatz Grafenwöhr, FJgBtl 760, Teile einer FJgKp auf dem Kfz-Abstellplatz



    1987 TrÜbPl Münsingen, 6./FJgBtl 760, Schießen mit Handflammpatrone Üb



    1987 TrÜbPl Hammelburg, 6./FJgBtl 760,



    1988 Standortübungsplatz Kempten-Bodelsberg, Schule für Feldjäger u. Stabsdienst, Feldwebellehrgang FJg, Ausbildung Sicherung eines Verfügungsraums



    1993 Truppenübungsplatz Dauban (Sachsen), 2./FJgBtl 701, Spähtrupp auf Kfz - Man beachte die vorbildliche Marschtarnung. Die gelben Flaggen waren hier nicht zur Kennzeichnung ausgefallener KFZ, sondern waren die befohlene Kennung für ausweichende eigene Kräfte.



    1994 Truppenübungsplatz NOCHTEN, 2./FJgBtl 701, Feuerkampf mit MG von der Drehringlafette.

    Bei Gefallen kann ich noch einige Bilder liefern.

    Leider wurde die Erbswurst im Lauf der Jahre verschlimmbessert, ich nehme nicht an, daß das Originalrezept von 1889 Glutamat enthielt.


    Ich bilde mir ein, früher musste die Erbswurst eine Minute kochen, am Samstag die „Erinnerungssuppe“ hatte drei Minuten Kochzeit.


    Detlev

    Auch die Zubereitung wurde geändert. Früher mussten die Teilstücke zerdrückt und mit etwas kalten Wasser angerührt werden, dieser Brei wurde dann in den Rest des Wassers eingerührt und aufgekocht. Wenn ich mich recht entsinne war, die Kochzeit tatsächlich früher kürzer.
    Heute werden die zerdrückten Erbswurstteile mit der gesamten Wassermenge aufgegossen und zum Kochen gebracht.

    Kleiner Kritikpunkt: Das taktische Zeichen auf dem Cargo kann es eigentlich nicht gegeben haben. Die Nachschubkompanie 120 (=PzBrig 12) wurde erst 1974 aufgestellt. Nach meiner Kenntnis gab es da schon lange keine Hotchkiss Cargo in der Bundeswehr mehr. Vor 1974 hatten die Brigaden Versorgungsbataillone, die Nachschubkompanie 120 wurde aus dem Nachschubzug der 1. Kp und der 4. Kp (Transportkompanie) des aufgelösten Versorgungsbataillons 126 gebildet.
    Außerdem gab es den Hotchkiss Cargo in den Versorgungsbataillonen nicht, er fuhr in den gepanzerten Nachschubgruppen der Kampftruppenbataillone.

    Grüße
    Jörg

    Allerdings wurde die Bäckerei- und Metzgerei-Kompanie beim Nachschub-Lehr-Bataillon 130 schon im Oktober 1969 aufgelöst.

    Ich habe in der Anlage mal zusammengestellt, was sich im Laufe der Zeit in meinen Unterlagen so zu Bäckerei-Einheiten der Bundeswehr bei mir angesammelt. Vielleicht interessiert es den einen oder anderen.

    Grüße
    Jörg

    Dateien

    • Bäckerei.pdf

      (86,12 kB, 67 Mal heruntergeladen, zuletzt: )

    Die Anlage 1 des WaffG enthält ledigich die Begriffsbestimmungen, macht aber keine Aussage darüber, ob eine Waffe verboten ist. Der Besitz von Hieb- oder Stoßwaffen ist per se nicht verboten, lediglich das Führen in der Öffentlichkeit ist nicht ohne weiteres erlaubt.
    Wenn das anders wäre, würde ja die ganze Mittelalter-Reenactment-Szene massenhaft wegen des Besitzes verbotener Waffen (Speere, Lanzen, Dolche Schwerter) vor den Kadi gezerrt werden.

    Zusammenfassend: Besitz auch des abgeänderten Bw-Kampfmessers nicht verboten, Führen in der Öffentlichkeit normalerweise eine Ordnungswidrigkeit (§ 53 Abs. 1 Nr. 21 a i.V.m. § 42 a WaffG).