Beiträge von Prospero

    Allerdings habe ich persönlich meine Probleme mit dem ganzen Gerede, das früher alles besser war...

    Ich erinnere mich nicht, dass ich jemals geschrieben habe, dass früher alles besser war. Es war vieles anders, wobei ich mich im Folgenden nur auf das Heer beziehe:


    1989 gab es eine gut organisierte Struktur, die ein Heer von 12 Divisionen mit den nötigen Unterstützungskräften sicherstellte. Daneben gab es den erforderlichen Unterbau des Territorialheeres, der heute völlig fehlt. Auch hier war die Aufstellung der mobilzumachenden Truppenteile weitgehend vorbereitet (Personelle und materielle Mob.Ergänzung, Mob.Stationierung usw., usw. ). Die Zusammenarbeit mit dem zivilen Bereich (z.B. Bahn und Post) war eingespielt. Heute ist davon so gut wie nichts mehr übrig. Es soll mir jetzt keiner mit dem Feigenblatt der „Regionalen Unterstützungskompanien“ kommen.

    Kleine Zwischenbemerkung: Mit dem heutigen Chaos-Unternehmen Bahn AG wäre keine Aufmarschplanung oder gar deren Durchführung mehr möglich.


    Nach der Wiedervereinigung folgte eine Umstrukturierung und Umorganisation der anderen, von denen keine wirklich zu Ende gedacht war. Da wurden z.B. Regimenter innerhalb von 6 Wochen aufgestellt und gleich wieder aufgelöst. Da wurden gerade in den neuen Bundesländern Unsummen für Infrastrukturmaßnahmen ausgegeben, die sich bereits nach wenigen Monaten wegen neuer Entscheidungen als verfehlt erwiesen. Das Endergebnis ist, dass bei ehrlicher Betrachtung heute keine zwei einsatzfähigen Divisionen gleichzeitig aufgeboten werden können. Von einer Fähigkeit zur Landesverteidigung kann also nicht mehr gesprochen werden. Die zarten Versuche, jetzt daran etwas zu ändern, sind nur Kosmetik. Was mich daran besonders wütend macht, ist die Tatsache, dass hier hunderte von Millionen, wenn nicht Milliarden, seit 1991 durch diese falschen und nicht durchdachten Maßnahmen verschleudert wurden. Gute Generalstabsarbeit sieht anders aus.


    Da wurde Knall auf Fall die Wehrpflicht ausgesetzt und damit faktisch aufgehoben, obwohl es keinerlei tragfähige Konzepte für die Sicherstellung der Deckung des Personalbedarfs gab (und immer noch nicht gibt). Alle dementsprechenden Warnungen wurden in den Wind geschlagen. Die Personaldecke und die Personalqualität der Bundeswehr sind unterirdisch schlecht. Was ist von einer Armee zu halten, deren Verteidigungsministerin damit wirbt, man könne bei der Bundeswehr die Hauptschule nachmachen? Daran sieht man doch, welche hochqualifizierten Interessenten zur Bundeswehr drängen. Natürlich gibt es Gegenbeispiele, aber ein erschreckend hoher Anteil der heutigen Rekruten ist einfach unbrauchbar, wird nur genommen, weil es nichts Besseres gibt und ist in vielen Fällen nach wenigen Wochen wieder entlassen.


    Das waren jetzt einige wenige Gesichtspunkte, um das Ganze nicht zu sehr ausufern zu lassen. Die Schuld an diesen Mißständen liegt sicher nicht bei den Soldaten der Truppe. Es beginnt auf Ebene der Ämter und höheren Führungsstäbe, wo ehrgeizige Generalstäbler aus Rücksicht auf ihre Karriere der politischen Führung nach dem Munde reden und sich kaum einer mehr Kritik zu äußern traut.


    Auf die Sinnhaftigkeit und Erfolgsbilanz der derzeitigen Einsätze der Bundeswehr will ich hier nicht eingehen, weil diese Diskussion unübersehbare Ausmaße annehmen würde. Wohlgemerkt: Ich kritisiere nicht die Einsatzbereitschaft der dort verwendeten Soldaten, das steht außer Frage. Es geht um Frage, der politischen Zielsetzung all dieser Einsätze. Man geht irgendwo rein, ohne wirklich zu wissen, was man erreichen will und hat nirgends einen Plan "B", wie man wieder aus der Sache herauskommt. Siehe Afghanistan, das sich nun seit 17 Jahren hinzieht (länger als beide Weltkriege zusammen), ohne dass ein Ende absehbar ist.


    Ich hoffe, es ist klar geworden, warum mir diese Augenwischerei mit der „Veteranenkultur“ so suspekt erscheint. Das heißt Sand in die Augen streuen, wieder eine Menge von Geld auszugeben, ohne dass die wahren Probleme gelöst werden. Ich wiederhole nochmal, dass ich dieses Veteranenabzeichen nur angefordert habe, weil mich die Modalitäten der Vergabe interessiert haben.


    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    Das Veteranenabzeichen ist heute auch bei mir eingetroffen. Ich hatte es mir aus zwei Gründen „bestellt“:

    1. Interessierte mich die Aufmachung des Abzeichens

    2. Interessierte mich die Art der Übergabe


    Das Abzeichen kam in einem offenem Brief, verschlossen lediglich durch zwei Musterbeutelklammern, auf dem Umschlag fehlte nur noch der Stempel „Warensendung“ oder „Muster“. Wenn ich mich recht an meine Kinder- und Jugendzeit erinnere, stand früher auf Sendungen, die mit solchen Klammern verschlossen, sogar „Muster ohne Wert“.


    Dabei lag ein allgemein gehaltenes Anschreiben ohne jeden Bezug zu mir.

    Das mindeste, was ich erwartet hätte, wäre ein persönlich gehaltenes Anschreiben mit Anschrift und Anrede gewesen. Das dürfte wohl im Zeitalter der Serienbrieffunktion selbst bei Standardsoftware kein Problem mehr sein.


    Was fehlt, ist jede Art von Urkunde oder Tragebestätigung zumindest mit dem Namen des Trageberechtigten. Selbst beim Sportabzeichen oder beim Rettungsschwimmerabzeichen bekommt man eine Bestätigung über den rechtmäßigen Erwerb, nicht so beim Veteranenabzeichen der Bundeswehr. Das heißt, jeder kann sich dieses Stück Blech anstecken, weil die Trageberechtigung nicht nachgewiesen werden muss.


    Deswegen habe ich oben auch geschrieben, ich habe mir dieses Abzeichen „bestellt“ – genauso bestellt wie ich mir irgendeinen Pin als Fanartikel eines Sportvereins bestellen kann.


    Auch die sogenannte „Aushändigung“ per Brief ist mehr als fragwürdig. Warum nutzt man nicht die Gelegenheit, diese Abzeichen in Form einer dienstlichen Veranstaltung oder einer sonstiger Zusammenkunft bei den Reservistenverbänden auszuhändigen? Wieder eine großartige Möglichkeit der Öffentlichkeitsarbeit verschenkt.


    In dem Anschreiben heißt es: "Daher hat die Bundeswehr begonnen, eine Veteranenkultur zu entwickeln, welche die Verflechtung zwischen Bundeswehr und Gesellschaft weiter verstärken soll." Dieses Abzeichen und die Umstände seiner Übergabe tragen nicht dazu bei.

    Grüße
    Jörg


    Das Rotkreuz MUSS kenntlich bleiben ☝️


    Da kann es durchaus Ausnahmen geben:

    In der "alten" ZDv 15/2 Humanitäres Völkerrecht in bewaffneten Konflikten - Handbuch – hieß es.
    643. Eine Tarnung von Sanitätseinrichtungen zum Schutz gegen feindliche Entdeckung ist unabhängig von den Bestimmungen der Nr. 644 ausnahmsweise zulässig, wenn dies aus militärischen Gründen erforderlich ist. Die Anordnung muss durch den zuständigen militärischen Vorgesetzten erfolgen.
    644.
    Eine Tarnung des Schutzzeichens darf nur von Truppenführern ab dervergleichbaren Dienststellung eines Brigadekommandeurs angeordnet werden. Der zuständige Leitende Sanitätsoffizier und der Rechtsberater sollen zuvor gehört werden. Die Tarnung des Schutzzeichens ist zeitlich und örtlich zu begrenzen. Sie kommt bei beweglichen Sanitätseinrichtungen, die Verwundete versorgen und bei ortsfesten Sanitätseinrichtungen nicht in Betracht.
    645.
    Sanitätseinrichtungen verlieren durch die Tarnung nicht ihren völkerrechtlichen Schutz. Sie sind aber der Gefahr ausgesetzt, dass der Feind sie nicht als
    solche erkennt, sondern sie für militärische Ziele hält und bekämpft.
    http://www.humanitaeres-voelkerrecht.de/HbZDv15.2.pdf


    Im Zusammenhang mit Fahrzeugen ist gerade die Nr. 644 letzter Satz von Interesse. Eine Kolonne Sanitätsfahrzeuge auf dem Marsch, die keine Verwundeten transportiert, ist zwar evtl. eine bewegliche Sanitätseinrichtung, versorgt aber momentan keine Verwundeten - Tarnung wäre also zulässig gewesen.

    In der aktuellen Version von 2013 ist das noch viel klarer gefasst:

    652. Militärische Gründe können es in besonderen Lagen erforderlich machen, dem Gegner keine Orientierungshilfe zu liefern. Eine Tarnung von Sanitätseinrichtungen, Sanitätseinheiten und Sanitätstransportmitteln zum Schutz gegen feindliche Entdeckung sowie das Abtarnen von Schutzzeichen sind zulässig, wenn dies aus militärischen Gründen erforderlich ist. Die Tarnung des Schutzzeichens darf nur von Truppenführern ab der Dienststellung eines Brigadekommandeurs oder Offizieren in vergleichbarer Dienststellung angeordnet werden, soweit nicht vom Bundesministerium der Verteidigung anders angewiesen. Der zuständige Leitende Sanitätsoffizier und der Rechtsberater bzw. die Rechtsberaterin sind zuvor zu hören. Im Falle eines Angriffs ist diese grundsätzlich zum Schutze der Sanitätseinrichtungen und -einheiten getroffene Maßnahme aufzuheben, es sei denn, dass die Tarnung oder das Abtarnen der Schutzzeichen aus militärischen Gründen zum Schutz weiterhin erforderlich sind, z. B. weil der Gegner völker-rechtswidrig das Schutzzeichen missachtet und Sanitätseinheiten gezielt angreift.


    http://www.humanitaeres-voelkerrecht.de/Hb15.2Mai2013.pdf

    Es sind alle Verbände mit Ihren Kommandeuren bzw. Dienststellenleitern drin.

    Kleiner Hinweis, um Enttäuschungen zu vermeiden:
    Wenn da wirklich alle Verbände drin wären, würden die 156 Seiten des Buches sicher nicht ausreichen. "Verband" ist laut der Definition der alten ZDv 1/50 eine "Zusammenfassung mehrerer Einheiten in der Regel von der Stärke eines Bataillons an aufwärts. Er hat einen Stab".
    Die doch sehr zahlreichen Bataillone der Bundeswehr sind mit Ausnahme der Panzeraufklärungsbataillone nicht enthalten, man wird dort kein Panzerbataillon, kein Nachschub- und kein Fernmeldebataillon finden.
    Es sind im Regelfall nur Truppenteile vom Regiment an aufwärts enthalten und nicht mal die sind vollständig. So fehlen z.B. die Verteidigungskreiskommandos (= Größenordnung Regiment).

    Vielleicht hat er sich freiwillig gemeldet,1914 waren ja alle noch

    so kriegsbegeistert?


    Führt zwar ein bißchen vom Thema weg, aber das Märchen von der allgemeinen Kriegsbegeisterung 1914, dem „Augusterlebnis“ und den zahllosen Freiwilligenmeldungen ist doch längst widerlegt. Dieses Phänomen muß viel differenzierter betrachtet werden. Der aktuelle Forschungsstand geht davon aus, das diese Kriegsbegeisterung vor allem in den gebildeten Ständen der größeren Städte vorlag, keinesfalls aber in der Masse der Bevölkerung, bei den Arbeitern und schon gar nicht bei der Landbevölkerung. Für Baden gibt es dazu eine exemplarische Studie über Freiburg von Christian Geinitz.


    Literaturauswahl:


    Geinitz, Christian: Kriegsfurcht und Kampfbereitschaft. Das Augusterlebnis in Freiburg. Eine Studie zum Kriegsbeginn 1914, Essen 1998.


    Geinitz, Christian / Hinz, Uta: Das Augusterlebnis in Südbaden. Ambivalente Reaktionen der deutschen Öffentlichkeit auf den Kriegsbeginn 1914, In: Hirschfeld / Krumeich / Langewiesche / Ullmann (Hrsg.): Kriegserfahrungen. Studien zur Sozial- und Mentalitätsgeschichte des Ersten Weltkriegs (Schriften der Bibliothek für Zeitgeschichte N.F. 5), Essen 1997, S. 20-35.


    Rohkrämer, Thomas: August 1914 - Kriegsmentalität und ihre Voraussetzungen. In: Michalka, W. (Hrsg.): Der Erste Weltkrieg - Wirkung, Wahrnehmung, Analyse. München 1994. S. 759-777.


    Verhey, Jeffrey: Der „Geist von 1914“ und die Erfindung der Volksgemeinschaft, Hamburg 2000.


    Ziemann, Benjamin: Front und Heimat. Ländliche Kriegserfahrungen im südlichen Bayern 1914 – 1918, Essen 1997.

    In Deinem Wohngebiet waren 1944/45 mehrere sogenannte Volksgrenadierdivisionen eingesetzt, die zum Teil mit Ausrüstung aus dem ersten Weltkrieg ausgestattet waren.

    Kleine Ergänzung:

    Mit Material aus dem ersten Weltkrieg wurde vor allem der sog. „Volkssturm“ ausgerüstet, wobei Bajonette Ende 1944 kaum mehr ausgegeben wurden, weil damals die Ausbildung damit schon längst eingestellt worden war (H.Dv 25/3 Anleitung für den Nahkampf und die Handgranatenausbildung vom 15.04.1944). Die relativ langen 98/05 Bajonette wurden schon in der Reichswehr nicht mehr geführt und dürften 1944 nicht mehr in nennenswerten Stückzahlen vorhanden gewesen sein (Eckardt, Werner / Morawietz, Otto: Die Handwaffen des brandenburgisch - preußisch - deutschen Heeres 1640 – 1945, Hamburg 1973, S. 223).

    Der Volkssturm hat aber nichts mit den oben erwähnten „Volksgrenadierdivisionen (VGD)“ zu tun.
    Die VGD hatten die gleiche Ausrüstung wie die sonstigen Infanteriedivisionen der Wehrmacht.


    Für den Namen Volksgrenadierdisivion gibt es zwei Erklärungen:

    - zum einen erfolgte die Namensgebung aus psychologischen Gründen. Diese Divisionen wurden gegen Kriegsende aufgestellt, man wollte daher auf so eine Art Volksaufgebot hinweisen, wie es ja angeblich auch 1813 gegen Napoleon bestanden haben soll (aber in Wirklichkeit nie bestand).

    - zum anderen wurde die Masse dieser Divisionen in den besetzten Gebieten Polens und des Südostens aufgestellt. Die Mannschaften rekrutierten sich in starkem Maß aus Volksdeutschen - daher der Name.

    Die VGD unterstanden direkt Himmler als Befehlshaber des Ersatzheeres, sie wurden nur für den rein taktischen Einsatz anderweitig unterstellt. Die Gerichtsbarkeit blieb auch während des Fronteinsatzes bei Himmler, Offiziere der VGD durften ohne seine Genehmigung nicht aus diesen Verbänden versetzt werden. Die Hintergründe dafür liegen in den Ereignissen des 20. Juli 1944, es sollte damit sukzessive eine stärkere nationalsozialistische Ausrichtung ganzer Divisionen erreicht werden. Um es noch einmal klarzustellen: Es gab in den Volksgrenadierdivisionen keine organisch eingegliederten Volkssturmverbände. Eine gliederungsmäßige Unterstellung des Volkssturms unter die Wehrmacht fand überhaupt nicht statt, es gab allenfalls eine taktische Unterstellung für den Einsatz.

    Ich vermute eher, dass das Bajonett aus dem ersten Weltkrieg stammt. Gehörte der Ort von dem wir hier sprechen, evtl. bis 1918 zu der damals deutschen Region Eupen-Malmedy, die erst im Vollzug des Versailler Vertrages zu Belgien kam?

    Literatur:
    Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945. Bd. 1: Die Landstreitkräfte - Waffengattungen – Gesamtübersicht, Osnabrück 1979, S. 90 ff.
    Pröhuber, Karl-Heinz: Volksgrenadier-Divisionen. Zur Geschichte und die personellen/ökonomischen Rahmenbedingungen der im Westen eingesetzten 1944/45 Volksgrenadier-Divisionen. Aachen 2017.



    Nochwas Prospero :

    Wenn du den "Geist der Bundeswehr" in Bezug auf ungepflegte, langhaarige und unrasierte "Resevisten"-Besucher in gammliger Bekleidung (wie leider nur allzu oft auf der Veranstaltung beobachtet!) meinst, der ist gottseidank ein anderer geworden!

    Nein, das meine ich garantiert nicht. Angesichts Deines unbegründet aggressiven Grundtons werde ich aber diese Diskussion nicht vertiefen.

    nichts gefunden über die vergangenen 59 Jahre Garnison Amberg.

    Als kleiner Trost, wenn Du dort nichts zu Amberg gefunden hast:


    Die Bundeswehrgarnison Amberg gibt es bereits seit 63 Jahren:

    - Einrichtung der Standortkommandantur und der Standortverwaltung Amberg im Frühjahr 1956,

    - Aufstellung des Feldjägerwachkommandos Amberg (Teile der Feldjägerkompanie 4) Mai 1956


    Im Sommer 1956 erfolgte die Stationierung der ersten aus den Amberger BGS-Einheiten übernommenen Bw-Truppenteile:

    - Stab Kampfgruppe A 4 (aus Stab GSG 1)

    - Grenadierbataillon 14 (aufgestellt in Hof aus I./GSG 1 und nach Amberg verlegt)

    - Panzerbataillon 4 (aufgestellt in Weiden aus III.(GSG 1 und nach Amberg verlegt)

    - FlaBtl 4 (aufgestellt aus II./GSG 1)


    Insgesamt gesehen war Amberg aber schon lange vor dem Einrücken der Bundeswehr Garnisonsstadt:

    - BGS 1951 – 1956

    - US-Army seit 1945

    - Wehrmacht 1935 – 1945

    - Reichsarbeitsdienst 1935 – mindestens 1944

    - Luftwaffe 1938 - 1945

    - Reichswehr 1919 – 1934

    - Bayerische Armee seit 1626, erster Kasernenbau 1716, ständige Garnison 1715 – 1919


    Die mir bekannten Stationierungen von Bundeswehreinheiten in Amberg findest Du im Anhang. Wenn Du BGS, US, Wehrmacht usw. auch brauchst, bitte kurze Mitteilung.


    Grüße

    Jörg
    (1977 - 1979 beim Feldjägerdienstkommando Amberg - damals II. Zug der 2./FJgBl 760)

    Das kommt darauf, um was für eine Kompanie es geht.
    Beispiel:
    KpChef einer Jägerkompanie (LKW): 1 x SEM 25, 1 x SEM 35. SEM 25 für den BtlFüKreis, SEM 35 für den KpFüKreis.
    KpChef einer Jägerkompanie (MTW, z.B. bei den HSchBrigaden): nur 1 x SEM 35 zum Mithören, weil hier das SEM 25 für den BtlFüKreis im M 113 des KpChefs eingebaut war.


    Sieht so im Detail aus:

    Nein - die war von mir nicht gemeint. Das ist die neue Ausführung, ich habe bewusst oben geschrieben, "nicht mit Pistolengriff".

    Die "alte" Handflammpatrone sah so aus:


    Auch war die Kampfentfernung mit 40 m deutlicher geringer. Bei der Zeichnung der Sicherungskappe sieht man auch deutlich den Druckbügel, der zum Abfeuern diente

    Eine vorgeschriebene Trageweise gab es nach meinen Erfahrungen und meiner Kenntnis dafür nicht. In Veitshöchheim hatten wir für die schwarzen Schlagstöcke, die wir im Feldjägerdienstkommando zur Ausrüstung von Soldaten im Feldjägerdienst hatten, die alten weißen Aufschiebeschlaufen mit Karabinerhaken (einst zum weißen Plastikkoppel gehörend) besorgt.
    Wenn bei Standortstreifen diese Schlagstöcke überhaupt geführt wurden, wurden sie auch verdeckt in der Jacke getragen. Andere Einheiten hatten die Alu-Aufschiebeschlaufen für das alte Koppeltragestell mit einem Karabinerhaken ergänzt.

    Schwarze Schlagstöcke gab es z.B. zur Ausstattung von Bereitschaftszügen, Wachen usw. Gehörten bei manchen Wachen zum Bestand des Wachlokals. Diese Schlagstöcke lagen da oft seit vielen Jahren herum.
    Man sollte dazu auch wissen, dass es in den Anfangsjahren der Bundeswehr üblich war, neben den Feldjägern auch sog. "Standortstreifen" einzusetzen. Diese wurden vom jeweiligen Standortältesten (oder wenn vorhanden der Standortkommandantur, spöter den Verteidigungskreiskommandos) in Abstimmung mit den Feldjägern eingeteilt und standen unter Führung des Offiziers vom Standortdienst.
    Befehlsbefugnis, Einsatzraum, Kennzeichnung usw. wurden durch Standortbefehl geregelt. Bei der Gebirgsdivision, der 4. Jägerdivision und in den bayerischen Standorten der 10. Panzerdivision war es noch in den 1970er Jahren üblich, an den den Quartalsentlassungstagen solche Standortstreifen einzusetzen.
    Zur Ausrüstung dieser Standortstreifen konnte dann auch der schwarze Schlagstock gehören.
    Weiter gab es diese schwarzen Schlagstöcke als Friedenszusatzausstattung (StAN-Teil VI F) bei den Feldjägern. Hier waren sie vorgesehen für die Ausstattung der "Soldaten im Feldjägerdienst", wenn z.B. Soldaten der Truppe zur Verstärkung der Feldjäger eingesetzt wurden. Das kam z.B. in den 1980er Jahren während der Nachrüstungsdebatte / NATO-Doppelbeschluss relativ häufig vor.

    Zitat

    Bei den Korps gibt es die Eisenbahnpioniere. Ihre Brückenkonstruktionen tragen Güterzüge oder Panzerkolonnen, und das bei freien Stützweiten von mehr als hundert Metern.


    Wieder mal eine der in diesen Kalendern so oft zu findenden halbgaren Informationen. Bei den Korps gab es NIE Eisenbahnpioniere. Es gab eventuell in den Anfangsjahren der Bundeswehr dort Pioniereinheiten, die mit der SE-Brücke (Straße-/Eisenbahn) ausgestattet waren, aber es gab dort niemals Pioniereinheiten, die z.B. Bahnstrecken wiederherstellen konnten oder ähnliches. Auch die S/E-Brücke fand sich dann später vor allem bei den Brückenbataillonen des TerrH, aber um 1970 nicht mehr beim Korps.

    Wirkliche Eisenbahnpioniere gab es nur von 1959 bis 1979 in Form einer Lehr- und Versuchskompanie bei der PiSchule / PiLehrregiment:

    Eisenbahn-Lehr- und Versuchskompanie

    Aufgestellt im März 1959 in München aus Teilen folgender, bereits seit 1956 bestehender, Kompanien:
    -3./Pionier-Lehr-Bataillon (schwere Pionier-Kompanie)
    -5./Pionier-Lehr-Bataillon (SE-Brücken-Kompanie)
    -6./Pionier-Lehr-Bataillon (Pionier-Geräte-Kompanie)

    Die Kompanie untersteht von März 1959 bis September 1961 direkt dem Pionier-Lehrregiment (München), von September 1961 bis September 1971 dem "Spezial-Pionier-Lehr- und Versuchs-Bataillon" (München), dieses wiederum dem Pionier-Lehr-Regiment.

    Anfang 1964: Verlegung der Kompanie nach KRAILLING bei München, dort befindet sich auch der Gedenkstein für die Eisenbahntruppen der bayerischen Armee.

    Oktober 1971: Umbenennung in
    2./Spezial-Pionier-Lehr- und Versuchs-Bataillon 870
    das Spez.-Pi.-Lehr- u. Versuchs-Btl 870 untersteht weiterhin dem Pi-Lehr-Rgt.

    April 1974: Umbennung in
    Pionier-Lehr- und Versuchskompanie 872
    diese Kompanie ist jetzt direkt dem Pionier-Lehr- und Versuchs-Regiment 87 unterstellt.

    Oktober 1979: Auflösung der Kompanie, damit Ende eigenständiger Eisenbahnpioniere in der Bundeswehr. Das Personal und Teile des Materials kommen zum neuaufgestellten Pionier-Ausbildungszentrum 851 in KRAILLING.

    Die Beseitigung von Schäden an Eisenbahntransportlinien war dann Aufgabe der schweren Pionierregimenter des Territorialheeres (waren bestimmten Wehrbereichskommandos unterstellt) bzw. ab 1980 Aufgabe der daraus aufgestellten Pionierkommandos der Territorialkommandos.

    Solche Regelungen gab es teilweise schon während des siebenjährigen Krieges, damals wurden "Kriegskommissare" ernannt, die solche Fragen zu regeln hatten. Auch gab es genaue Vorschriften was dem Soldaten an Naturalverpflegung durch den Quartiergeber zu verabreichen war. 1809 waren z.B. täglich (umgerechnet auf heutiges Gewicht) 750 gr. Brot, 280 gr. Fleisch, "Zugemüs" und 1 Krug Bier mit ca. 1,2 Liter vorgesehen. Diese 750 gr. Brot täglich ziehen sich dann bis zu den Anfangsjahren der Bundeswehr in den Verpflegungssätzen durch.

    1866 bei den Preußen war die Verpflegung noch deutlich reichlicher:
    930 gr. Brot,
    350 gr. Fleisch oder 175 gr. Speck
    300 gr. Hülsenfrüchte oder 120 gr. Reis bzw. Graupen oder 1850 gr. Kartoffeln!
    dazu 0,1 l Branntwein, 1,15 l Bier, 45 g Rauchtabak oder. 6 Zigarren, bei Offizieren waren sogar ausdrücklich "gute Cigarren" vorgeschrieben.

    Das war früher sicher weit unkomplizierter, als heute bei den Fuhrparkkutschen.

    Meine Erfahrungen aus den Jahren 1976 - 2000 sind andere. Die Frage ist doch auch: Gab es Fahrzeuge auf die er sinnvollerweise hätte umsteigen können?

    Heeresstruktur 3 ( bis 1979)
    Der FJgKompaniechef hatte gem. StAN einen 0,4 to, als Fahrzeug des Kompaniechefs. Aus dem dem StAN-Teil VI F (Friedenszusatzausstattung) stand damals der VW 1500 Limousine oder der VW 1500 Variant zur Verfügung, mit Halterung für den Stander. Ab etwa 1976 kamen hier auch VW Passat (Variant oder Limousine zum Einsatz, Bilder bei Anweiler, S. 23.

    Der Bataillonskommandeur fuhr regelmäßig den eigentlich als Fahrzeug für den Eskorteoffizier vorgesehenen "PKW-Mittel" aus der Kfz-Gruppe, da dieser in seiner eigentlichen Funktion bei den meisten FJgBtl nur höchst selten zum Einsatz kam. Dieser PKW mittel war im Normalfall ein Opel Rekord, später auch VW Passat. Umsteigefahrzeuge standen damals für den BtlKdr kaum zur Verfügung, da es nur einen Stabszug gab. Auf den "PKW leicht" des Stabszugsführer (= damals VW-Käfer) wäre der Kommandeur kaum gewechselt.

    Heeresstruktur 4 (bis ca. 1994)

    Kompaniechef: 0,4 to, ab ca. 1992 beginnend Umrüstung auf Opel Kadett. Im StAN Teil VI F gab es nur noch zivile Fahrzeuge mit Wechselkennzeichen, hier verbot sich ein Einsatz mit Stander von selbst.
    Weiter konnte der KpChef auf den PKW Kombi hü aus der 9. Streife jedes Feldjägerzuges ausweichen. Das waren VW Passat Kombi in oliv mit Blaulicht. Es gab Kompanien, die hier Stander montierten und damit bei der Prüfstufe C mächtig auf den Bauch fielen - eigenmächtige Änderung von Wehrmaterial. Offizielle Anträge über TOffz - WBK - Materialamt wurden meistens unter Hinweis auf die StAN und die ausreichend verfügbaren PKW 0,4 to abschlägig beschieden.
    Also fuhren die meisten KpChefs den VW Passat ohne Stander. Als nach 1988 die meisten Feldjägerkompanien einen zivilen Opel Omega mit Wechselkennzeichen für Personenschutzeinsätze bekamen, der aber damals recht selten für diesen Zweck gebraucht wurde, fuhr man als KpChef durchaus zumindest bei weiteren Strecken auch mit diesem Fahrzeug - dann eben ohne Stander. Man muss sich dabei vor Augen halten, dass die Kompanien eines FJgBtl sehr weit verstreut waren. Wenn ich damals als Vertreter des KpChefs von Veitshöchheim bei Würzburg zur monatlichen Chefbesprechung nach München fuhr, wäre das mit dem StAN-mässigen 0,4 to eine sehr zeitraubende Angelegenheit gewesen.

    Beim FJgBtl 760 haben wir einmal einen Antrag auf Anbringung der Standerhalterung an einem Passat durchgebracht - allerdings für den Kommandeur. Hintergrund war, dass der Opel Rekord aus Kfz-Gruppe nach einem Unfall ausgesondert werden musste und kein adäquater Ersatz verfügbar war. Beim Kommandeur sah auch das MatAmt ein, dass hier der Stander dazugehört.

    Grundsätzlich blieb aber beim Bataillonskommandeur alles beim alten, er fuhr mit dem Eskorte-PKW aus der Kfz-Gruppe. Hier wurde der Opel Rekord D durch den E ersetzt, später Jahren kam der Opel Omega.

    ich glaube das entscheidet fer Chef oder Kdr., mit welchem Auto er mit Stander rumfährt;-)

    Also könnte es auch ein Astra sein.

    Er wird nur bei dem nicht geplanten Fahrzeug ein Problem mit der Anbringung des Standers haben, weil es dort keine Halterung gibt.