Beiträge von Prospero

    Hallo,
    anbei ein Bild von Teil 10 eines Gerätebegleithefts. Dieses Kapitel nennt sich Untersuchungen und Prüfungen am Gerät.
    Außerdem noch die Titelseite des Heftes.

    Grüße
    Jörg


    Wenn ich mich recht entsinne, war das Zieillinienprüfgerät in der Waffeninstandsetzung dafür vorgesehen, die Übereinstimmung zwischen

    a) der Bewegung des Geschosses im Rohr (Seelenachse und Abgangsrichtung) und

    b) der Visierlinie

    zu überprüfen.

    Aus persönlicher Anschauung kenne ich nur das Ziellinienprüfgerät für G3 und MG, Kal. 7,62. Das wurde z.B. auch bei der technischen Mat.Prüfung C eingesetzt.

    Ich habe allerdings keine Ahnung, wie das technisch im Einzelnen funktionierte.Möglicherweise ist das im Prinzip eine Art Kollimator.

    Grüße
    Jörg

    Verschwörungstheorien trägt man sicher nicht dazu bei, dass sich die Veteranenkultur schnell positiv entwickelt.

    .....

    Wie wäre es, die Schaffung des Veteranenbegriffes und den Pin erstmal als einen Anfang anzunehmen, sich persönlich als Reservist und Veteran ehrenamtlich einzubringen und in der Struktur die Entwicklung zu fördern?


    Wenn ständig gegen solche Entwicklungen angestänkert wird, muss man sich nicht wundern, wenn die Politik glaubt zu erkennen, dass es für eine Veteranenkultur keinen Bedarf und kein Interesse gibt. Ob das wirklich hilfreich wäre?

    1. Welche Verschwörungstheorien habe ich ich aufgestellt?
    2. Nachdem ich 25 Jahre aktiv gedient habe, dann im Rahmen des Personalstärkegesetzes ausgestiegen bin (worüber ich heute noch sehr froh bin) und dann noch jahrelang mob-eingeplant als Feldjäger-Stabsoffizier und Verkehrsstabsoffizier in einem größeren Stab war, dort regelmäßig meine Wehrübungen geleistet habe, finde ich den Vorwurf, mich "ungenügend" eingebracht zu haben, einfach lächerlich.
    3. Das Benennen von Mißständen ist kein "anstänkern". Ich ändere keinen einzigen der von mir am Zustand der Bundeswehr in meinen Beiträgen oben kritisierten Punkte. Ich könnte inzwischen noch eine Reihe weiterer Dinge anführen, wenn ich an unsere aktuelle Verteidigungsministerin und ihr Verhalten denke.

    Grüße
    Jörg

    Warum muss denn immer alles kaputt geredet werden *kopfschüttel*

    Wieso wird hier etwas "kaputt geredet", wenn völlig zu Recht auf die unmögliche Art und Weise der Verleihung dieses Pins hingewiesen wird (Versand im offenen Umschlag, kein Besitzzeugnis, nicht mal ein personalisiertes Anschreiben)?
    Wieso wird hier etwas kaputt geredet, wenn völlig zu Recht darauf hingewiesen wird, dass dieses Abzeichen nur wieder dazu dient, die tatsächlichen Mängel in der Bundeswehr zu vertuschen?

    Außerdem hatte die Deutsche Bundesbahn auch noch Bauzüge mit einer umfangreichen Geräteausstattung, für die auch teilweise Kraftstoff benötigt wurde.
    Dazu kamen noch die Hilfszüge mit den Einheitsgerätewagen, die garantiert auch Kanister an Bord hatten.

    In der HDv-Reihe gab es für den Pionierbereich noch:


    HDv 280/1 Führung und Kampfweise der Pioniere (vor 1967)

    HDv 280/100 Führung der Pioniere

    HDv 282/110 Die Kompanien des schweren Pionierbataillons / des Pionierbrückenbataillons (2005)

    HDv 285/1 Sperren

    HDv 285/2 Minensperren

    HDv 286/110 Sperrvorbereitungen im Frieden (1989)

    HDv 286/310 Überwinden atomarer Verwüstungen

    HDv 287/100 Einsatz von Kriegsbrückengerät (1975), später als AnwFE

    HDv 287/2 Fahren auf dem Wasser (Ausbildung der Pioniere) (1959)

    HDv 287/4 Fahren mit Booten der Flußpioniere

    HDv 288/1 Feldmäßiger Straßenbau (Ausbildung der Pioniere)

    HDv 288/300 Behelfsbrückenbau (Regelbauweise) (1988)

    Hallo,


    In der Reihe ZDv 3/70 Pionierausbildung aller Truppen gab es

    - Hauptabschnitt B: Sprengen von 1958

    - Hauptabschnitt D: Übersetzen über Gewässer von 1961

    - Hauptabschnitt E: Behelfsbrückenbau von 1961

    - Hauptabschnitt F: Feldmässiger Straßenbau, Jahr?

    - Hauptabschnitt J: Feldbefestigungen, Jahr?


    Man hat diese Reihe aber sehr schnell (Anfang der 1960er Jahre) auf Einzelnummern umgestellt:

    ZDv 3/75 Pionierkampfmittel und Gerät wird später
    ZDv 3/700 Pionierausbildung aller Truppen: Handhaben von Gerät, Einzelverrichtungen


    ZDv 3/76 Feldbefestigungen wird
    ZDv 3/760 Feldbefestigungen

    ZDv 3/701 Pionierausbildung aller Truppen: Sprengen

    ZDv 3/702 Pionierausbildung aller Truppen: Sperren

    Beide werden zusammengefasst zu

    ZDv 3/701 Sperren und Sprengen 1978


    ZDv 3/703 Pionierausbildung aller Truppen: Übersetzen über Gewässer

    Neufassung:

    ZDv 3/703 Überwinden von Gewässern

    wird:

    ZDv 3/703 Überwinden von Gewässern und Einschnitten 2005


    ZDv 3/704 Pionierausbildung aller Truppen: Behelfsbrückenbau

    ZDv 3/705 Pionierausbildung aller Truppen: Feldmäßiger Straßenbau

    ZDv 3/705 Allgemeiner Straßendienst und Behelfsstraßenbau

    ZDv 3/709 Handhaben von Werkzeug, Gerät und Baustoffen

    ZDv 3/710 Tarnen und Täuschen

    ZDv 3/740 Feldmäßige Wassererschließung

    Die ZDv 3/70 Hauptabschnitt B - Sprengen - habe ich. Sie läuft allerdings wie die anderen Hefte der 3/70 Reihe als "Merkschrift" also als Vorschriften-Vorläufer.

    Grüße
    Jörg

    Ich habe auf Youtube einen eindrucksvollen alten Bw-Lehrfilm zum Thema „Bergen von Panzern“ gefunden.

    https://www.youtube.com/watch?v=K3p-NI84zKo

    Der Film stammt aus dem Jahr 1957, also aus der Heeresstruktur 1, darin wird noch von der „Feldzeugtruppe“ als der damaligen Bezeichnung für die Instandsetzung gesprochen, die Panzerbataillone haben noch eigenständige Versorgungskompanien.

    Besonders interessant finde ich den zweiten Teil, der sich mit dem Einsatz von Bergepanzern befasst (etwa ab 09:25). Verwendet wurde damals als Erstausstattung der Bw der amerikanische M 74 auf M 4 / Sherman-Fahrgestell, mit einer recht überschaubaren Technik. Hydraulik kommt kaum zum Einsatz, sowohl der A-Baum als Kran wie auch das Erdschild werden noch rein mechanisch mit Seilwinden betätigt. Dabei sollte man sich vor Augen halten, dass 1955/56 bei Aufstellung der Bundeswehr nichts Besseres verfügbar war, es gab keine anderen geeigneten Bergepanzer. Der M 88 stand auch in der US-Army erst Anfang der 1960er Jahre zur Verfügung.

    Sehr schön dargestellt wird der Einsatz von Umlenkrollen und der Einsatz von 2 Panzern zum Aufrichten eines umgestürzten M 47, etwa bei 23:02.

    Insgesamt scheint aber er M 74 für die damalige Zeit ein durchaus brauchbares Fahrzeug gewesen zu sein.


    Bei 11:13 sieht man einen Schützenpanzer M 39, der allerdings nur beim Panzergrenadierlehrbataillon im Einsatz. Der M 39 wurde sehr positiv bewertet. Er war wie zahlreiche andere amerikanische Fahrzeuge dieser Fertigungsperiode äußerst robust, unanfällig und schnell (bis 90 km/h). Im Gelände wurde er mit nahezu allen Schwierigkeiten erstaunlich gut fertig. Als Zwischenlösung bis zur Einführung eines modernen Schützenpanzers, der allen taktischen und technischen Forderungen entsprochen hätte, wäre der M-39 geeignet gewesen. Brauchbarer auf jeden Fall als der völlig unerprobte HS-30, dessen unübersehbare Mängel sich nie abstellen ließen.

    (Richter, Panzergrenadiere, Munster 2004, S. 222 und F.M. von Senger und Etterlin, Schützenpanzer, in „Soldat und Technik“ 9/1965).


    Ein weiteres seltenes Fahrzeug kommt kurz vor Schluss des Films ins Bild. Bei 30:30 sieht man eine amerikanische schwere Zugmaschine Diamond T 960 mit einem Tieflader. Das waren die ersten Schwerlasttransporter der Bundeswehr, bevor dann die entsprechenden Fahrzeuge von Faun aus der ersten Fahrzeuggeneration eingeführt wurden. Das Fahrzeug ist bei Anweiler / Blank, Rad- und Kettenfahrzeuge der Bundeswehr auf S. 248 erwähnt, Bild habe ich beigefügt. Anweiler schreibt „seitliche Kästen auf der Pritsche konnten als Ballastgewichte mit Sand gefüllt werden“. Nach meinem Eindruck hat allerdings in dem Film die Zugmaschine eher einen Wassertank als Ballastgewicht auf der Pritsche.

    Grüße
    Jörg

    Hallo,


    ja :yes:, aber nur für den V- Fall

    Wenn es jemanden interessiert, hier noch einige Hintergrundinformationen zur Wehrgerichtsbarkeit:
    Die Wehrgerichte waren als Geräteeinheiten mit eigener StAN eingeplant. Sie hätten im Verteidigungsfall u.a. die Strafgerichtsbarkeit über Angehörige der Streitkräfte und über Kriegsgefangene ausgeübt (HDv 100/500 – Das Heer in der militärischen Landesverteidigung, Nr. 231 und HDv 100/600 – Rechtsgrundlagen für die Truppenführung, Nr. 131). Rechtsgrundlage war Art. 96 Abs. 2 Grundgesetz.

    Auf Divisionsebene waren Wehrgerichte vorgesehen, die Korps und TerrKdo hatten zusätzlich Oberwehrgerichte als Rechtsmittelinstanz:

    - Korps: Wehrgericht 24 Personen / 6 Kfz.

    Oberwehrgericht 18 Personen / 4 Kfz

    - Division: Wehrgericht 15 Personen / 4 Kfz

    - Territorial-Kommando: Wehrgericht 33 Personen / 7 Kfz.

    Oberwehrgericht 23 Personen / 4 Kfz

    - WBK: Wehrgericht 33 Personen / 7 Kfz

    Die Materialausstattung stand ebenfalls fest - bis hin zu Ausstattungslisten, welche und wieviele Gesetzbücher mitzuführen waren. Auch das Personal war eingeplant, hier waren z.B. die Rechtsberater der Divisionen oder die Rechtslehrer der Schulen usw. als Wehrrichter vorgesehen.


    Was aber fehlte - und das ist das eigentlich entscheidende - waren die gesetzlichen Grundlagen für das Tätigwerden dieser Gerichte. Es gab keine "Wehr"-Strafprozessordnung für den Ablauf eines möglichen Strafverfahrens vor diesen Gerichten, es gab kein "Wehr"-Gerichtsverfassungsgesetz zur Regelung der Zuständigkeiten. Weiter fehlte eine Regelung über die Wahrnehmung von Ermittlungsaufgaben durch die Wehrgerichtsbarkeit, auch im Kriegsfall hätte somit bei Straftaten grundsätzlich weiter die zivile Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden müssen. Deshalb durften Feldjäger vor 1989 offiziell nicht im Ermittlungsdienst bei Wehrstraftaten ausgebildet werden. Man behalf sich damit, dass die entsprechenden Lehrgänge unter der Bezeichnung "Feldjägereinsatz im Ausland" liefen, weil in den deutschen Truppenlagern im Ausland hatten die Feldjäger nach dem NATO-Truppenstatut sehr wohl polizeiliche Aufgaben wahrzunehmen.


    Literatur dazu ist dünn gesät:

    - Dreisbach, Dirk: Die militärische Gerichtsbarkeit in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR unter Berücksichtigung der historischen Entwicklungen sowie der Überlegungen für eine Ausgestaltung der Wehrstrafgerichtsbarkeit im Verteidigungsfall. Jahresarbeit Führungsakademie der Bundeswehr Hamburg, 1984.

    - Vultejus, Ulrich: Kampfanzug unter der Robe. Kriegsgerichtsbarkeit des Zweiten und Dritten Weltkriegs, Hamburg 1984.

    - Schwenck, Hans-Günter: Rechtsordnung der Bundeswehr (Die Bundeswehr - eine Gesamtdarstellung, 4) Regensburg 1978.
    sowie der eine oder andere Artikel im SPIEGEL.

    Grüße
    Jörg

    Allerdings habe ich persönlich meine Probleme mit dem ganzen Gerede, das früher alles besser war...

    Ich erinnere mich nicht, dass ich jemals geschrieben habe, dass früher alles besser war. Es war vieles anders, wobei ich mich im Folgenden nur auf das Heer beziehe:


    1989 gab es eine gut organisierte Struktur, die ein Heer von 12 Divisionen mit den nötigen Unterstützungskräften sicherstellte. Daneben gab es den erforderlichen Unterbau des Territorialheeres, der heute völlig fehlt. Auch hier war die Aufstellung der mobilzumachenden Truppenteile weitgehend vorbereitet (Personelle und materielle Mob.Ergänzung, Mob.Stationierung usw., usw. ). Die Zusammenarbeit mit dem zivilen Bereich (z.B. Bahn und Post) war eingespielt. Heute ist davon so gut wie nichts mehr übrig. Es soll mir jetzt keiner mit dem Feigenblatt der „Regionalen Unterstützungskompanien“ kommen.

    Kleine Zwischenbemerkung: Mit dem heutigen Chaos-Unternehmen Bahn AG wäre keine Aufmarschplanung oder gar deren Durchführung mehr möglich.


    Nach der Wiedervereinigung folgte eine Umstrukturierung und Umorganisation der anderen, von denen keine wirklich zu Ende gedacht war. Da wurden z.B. Regimenter innerhalb von 6 Wochen aufgestellt und gleich wieder aufgelöst. Da wurden gerade in den neuen Bundesländern Unsummen für Infrastrukturmaßnahmen ausgegeben, die sich bereits nach wenigen Monaten wegen neuer Entscheidungen als verfehlt erwiesen. Das Endergebnis ist, dass bei ehrlicher Betrachtung heute keine zwei einsatzfähigen Divisionen gleichzeitig aufgeboten werden können. Von einer Fähigkeit zur Landesverteidigung kann also nicht mehr gesprochen werden. Die zarten Versuche, jetzt daran etwas zu ändern, sind nur Kosmetik. Was mich daran besonders wütend macht, ist die Tatsache, dass hier hunderte von Millionen, wenn nicht Milliarden, seit 1991 durch diese falschen und nicht durchdachten Maßnahmen verschleudert wurden. Gute Generalstabsarbeit sieht anders aus.


    Da wurde Knall auf Fall die Wehrpflicht ausgesetzt und damit faktisch aufgehoben, obwohl es keinerlei tragfähige Konzepte für die Sicherstellung der Deckung des Personalbedarfs gab (und immer noch nicht gibt). Alle dementsprechenden Warnungen wurden in den Wind geschlagen. Die Personaldecke und die Personalqualität der Bundeswehr sind unterirdisch schlecht. Was ist von einer Armee zu halten, deren Verteidigungsministerin damit wirbt, man könne bei der Bundeswehr die Hauptschule nachmachen? Daran sieht man doch, welche hochqualifizierten Interessenten zur Bundeswehr drängen. Natürlich gibt es Gegenbeispiele, aber ein erschreckend hoher Anteil der heutigen Rekruten ist einfach unbrauchbar, wird nur genommen, weil es nichts Besseres gibt und ist in vielen Fällen nach wenigen Wochen wieder entlassen.


    Das waren jetzt einige wenige Gesichtspunkte, um das Ganze nicht zu sehr ausufern zu lassen. Die Schuld an diesen Mißständen liegt sicher nicht bei den Soldaten der Truppe. Es beginnt auf Ebene der Ämter und höheren Führungsstäbe, wo ehrgeizige Generalstäbler aus Rücksicht auf ihre Karriere der politischen Führung nach dem Munde reden und sich kaum einer mehr Kritik zu äußern traut.


    Auf die Sinnhaftigkeit und Erfolgsbilanz der derzeitigen Einsätze der Bundeswehr will ich hier nicht eingehen, weil diese Diskussion unübersehbare Ausmaße annehmen würde. Wohlgemerkt: Ich kritisiere nicht die Einsatzbereitschaft der dort verwendeten Soldaten, das steht außer Frage. Es geht um Frage, der politischen Zielsetzung all dieser Einsätze. Man geht irgendwo rein, ohne wirklich zu wissen, was man erreichen will und hat nirgends einen Plan "B", wie man wieder aus der Sache herauskommt. Siehe Afghanistan, das sich nun seit 17 Jahren hinzieht (länger als beide Weltkriege zusammen), ohne dass ein Ende absehbar ist.


    Ich hoffe, es ist klar geworden, warum mir diese Augenwischerei mit der „Veteranenkultur“ so suspekt erscheint. Das heißt Sand in die Augen streuen, wieder eine Menge von Geld auszugeben, ohne dass die wahren Probleme gelöst werden. Ich wiederhole nochmal, dass ich dieses Veteranenabzeichen nur angefordert habe, weil mich die Modalitäten der Vergabe interessiert haben.


    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    Das Veteranenabzeichen ist heute auch bei mir eingetroffen. Ich hatte es mir aus zwei Gründen „bestellt“:

    1. Interessierte mich die Aufmachung des Abzeichens

    2. Interessierte mich die Art der Übergabe


    Das Abzeichen kam in einem offenem Brief, verschlossen lediglich durch zwei Musterbeutelklammern, auf dem Umschlag fehlte nur noch der Stempel „Warensendung“ oder „Muster“. Wenn ich mich recht an meine Kinder- und Jugendzeit erinnere, stand früher auf Sendungen, die mit solchen Klammern verschlossen, sogar „Muster ohne Wert“.


    Dabei lag ein allgemein gehaltenes Anschreiben ohne jeden Bezug zu mir.

    Das mindeste, was ich erwartet hätte, wäre ein persönlich gehaltenes Anschreiben mit Anschrift und Anrede gewesen. Das dürfte wohl im Zeitalter der Serienbrieffunktion selbst bei Standardsoftware kein Problem mehr sein.


    Was fehlt, ist jede Art von Urkunde oder Tragebestätigung zumindest mit dem Namen des Trageberechtigten. Selbst beim Sportabzeichen oder beim Rettungsschwimmerabzeichen bekommt man eine Bestätigung über den rechtmäßigen Erwerb, nicht so beim Veteranenabzeichen der Bundeswehr. Das heißt, jeder kann sich dieses Stück Blech anstecken, weil die Trageberechtigung nicht nachgewiesen werden muss.


    Deswegen habe ich oben auch geschrieben, ich habe mir dieses Abzeichen „bestellt“ – genauso bestellt wie ich mir irgendeinen Pin als Fanartikel eines Sportvereins bestellen kann.


    Auch die sogenannte „Aushändigung“ per Brief ist mehr als fragwürdig. Warum nutzt man nicht die Gelegenheit, diese Abzeichen in Form einer dienstlichen Veranstaltung oder einer sonstiger Zusammenkunft bei den Reservistenverbänden auszuhändigen? Wieder eine großartige Möglichkeit der Öffentlichkeitsarbeit verschenkt.


    In dem Anschreiben heißt es: "Daher hat die Bundeswehr begonnen, eine Veteranenkultur zu entwickeln, welche die Verflechtung zwischen Bundeswehr und Gesellschaft weiter verstärken soll." Dieses Abzeichen und die Umstände seiner Übergabe tragen nicht dazu bei.

    Grüße
    Jörg


    Das Rotkreuz MUSS kenntlich bleiben ☝️


    Da kann es durchaus Ausnahmen geben:

    In der "alten" ZDv 15/2 Humanitäres Völkerrecht in bewaffneten Konflikten - Handbuch – hieß es.
    643. Eine Tarnung von Sanitätseinrichtungen zum Schutz gegen feindliche Entdeckung ist unabhängig von den Bestimmungen der Nr. 644 ausnahmsweise zulässig, wenn dies aus militärischen Gründen erforderlich ist. Die Anordnung muss durch den zuständigen militärischen Vorgesetzten erfolgen.
    644.
    Eine Tarnung des Schutzzeichens darf nur von Truppenführern ab dervergleichbaren Dienststellung eines Brigadekommandeurs angeordnet werden. Der zuständige Leitende Sanitätsoffizier und der Rechtsberater sollen zuvor gehört werden. Die Tarnung des Schutzzeichens ist zeitlich und örtlich zu begrenzen. Sie kommt bei beweglichen Sanitätseinrichtungen, die Verwundete versorgen und bei ortsfesten Sanitätseinrichtungen nicht in Betracht.
    645.
    Sanitätseinrichtungen verlieren durch die Tarnung nicht ihren völkerrechtlichen Schutz. Sie sind aber der Gefahr ausgesetzt, dass der Feind sie nicht als
    solche erkennt, sondern sie für militärische Ziele hält und bekämpft.
    http://www.humanitaeres-voelkerrecht.de/HbZDv15.2.pdf


    Im Zusammenhang mit Fahrzeugen ist gerade die Nr. 644 letzter Satz von Interesse. Eine Kolonne Sanitätsfahrzeuge auf dem Marsch, die keine Verwundeten transportiert, ist zwar evtl. eine bewegliche Sanitätseinrichtung, versorgt aber momentan keine Verwundeten - Tarnung wäre also zulässig gewesen.

    In der aktuellen Version von 2013 ist das noch viel klarer gefasst:

    652. Militärische Gründe können es in besonderen Lagen erforderlich machen, dem Gegner keine Orientierungshilfe zu liefern. Eine Tarnung von Sanitätseinrichtungen, Sanitätseinheiten und Sanitätstransportmitteln zum Schutz gegen feindliche Entdeckung sowie das Abtarnen von Schutzzeichen sind zulässig, wenn dies aus militärischen Gründen erforderlich ist. Die Tarnung des Schutzzeichens darf nur von Truppenführern ab der Dienststellung eines Brigadekommandeurs oder Offizieren in vergleichbarer Dienststellung angeordnet werden, soweit nicht vom Bundesministerium der Verteidigung anders angewiesen. Der zuständige Leitende Sanitätsoffizier und der Rechtsberater bzw. die Rechtsberaterin sind zuvor zu hören. Im Falle eines Angriffs ist diese grundsätzlich zum Schutze der Sanitätseinrichtungen und -einheiten getroffene Maßnahme aufzuheben, es sei denn, dass die Tarnung oder das Abtarnen der Schutzzeichen aus militärischen Gründen zum Schutz weiterhin erforderlich sind, z. B. weil der Gegner völker-rechtswidrig das Schutzzeichen missachtet und Sanitätseinheiten gezielt angreift.


    http://www.humanitaeres-voelkerrecht.de/Hb15.2Mai2013.pdf

    Es sind alle Verbände mit Ihren Kommandeuren bzw. Dienststellenleitern drin.

    Kleiner Hinweis, um Enttäuschungen zu vermeiden:
    Wenn da wirklich alle Verbände drin wären, würden die 156 Seiten des Buches sicher nicht ausreichen. "Verband" ist laut der Definition der alten ZDv 1/50 eine "Zusammenfassung mehrerer Einheiten in der Regel von der Stärke eines Bataillons an aufwärts. Er hat einen Stab".
    Die doch sehr zahlreichen Bataillone der Bundeswehr sind mit Ausnahme der Panzeraufklärungsbataillone nicht enthalten, man wird dort kein Panzerbataillon, kein Nachschub- und kein Fernmeldebataillon finden.
    Es sind im Regelfall nur Truppenteile vom Regiment an aufwärts enthalten und nicht mal die sind vollständig. So fehlen z.B. die Verteidigungskreiskommandos (= Größenordnung Regiment).

    Vielleicht hat er sich freiwillig gemeldet,1914 waren ja alle noch

    so kriegsbegeistert?


    Führt zwar ein bißchen vom Thema weg, aber das Märchen von der allgemeinen Kriegsbegeisterung 1914, dem „Augusterlebnis“ und den zahllosen Freiwilligenmeldungen ist doch längst widerlegt. Dieses Phänomen muß viel differenzierter betrachtet werden. Der aktuelle Forschungsstand geht davon aus, das diese Kriegsbegeisterung vor allem in den gebildeten Ständen der größeren Städte vorlag, keinesfalls aber in der Masse der Bevölkerung, bei den Arbeitern und schon gar nicht bei der Landbevölkerung. Für Baden gibt es dazu eine exemplarische Studie über Freiburg von Christian Geinitz.


    Literaturauswahl:


    Geinitz, Christian: Kriegsfurcht und Kampfbereitschaft. Das Augusterlebnis in Freiburg. Eine Studie zum Kriegsbeginn 1914, Essen 1998.


    Geinitz, Christian / Hinz, Uta: Das Augusterlebnis in Südbaden. Ambivalente Reaktionen der deutschen Öffentlichkeit auf den Kriegsbeginn 1914, In: Hirschfeld / Krumeich / Langewiesche / Ullmann (Hrsg.): Kriegserfahrungen. Studien zur Sozial- und Mentalitätsgeschichte des Ersten Weltkriegs (Schriften der Bibliothek für Zeitgeschichte N.F. 5), Essen 1997, S. 20-35.


    Rohkrämer, Thomas: August 1914 - Kriegsmentalität und ihre Voraussetzungen. In: Michalka, W. (Hrsg.): Der Erste Weltkrieg - Wirkung, Wahrnehmung, Analyse. München 1994. S. 759-777.


    Verhey, Jeffrey: Der „Geist von 1914“ und die Erfindung der Volksgemeinschaft, Hamburg 2000.


    Ziemann, Benjamin: Front und Heimat. Ländliche Kriegserfahrungen im südlichen Bayern 1914 – 1918, Essen 1997.

    In Deinem Wohngebiet waren 1944/45 mehrere sogenannte Volksgrenadierdivisionen eingesetzt, die zum Teil mit Ausrüstung aus dem ersten Weltkrieg ausgestattet waren.

    Kleine Ergänzung:

    Mit Material aus dem ersten Weltkrieg wurde vor allem der sog. „Volkssturm“ ausgerüstet, wobei Bajonette Ende 1944 kaum mehr ausgegeben wurden, weil damals die Ausbildung damit schon längst eingestellt worden war (H.Dv 25/3 Anleitung für den Nahkampf und die Handgranatenausbildung vom 15.04.1944). Die relativ langen 98/05 Bajonette wurden schon in der Reichswehr nicht mehr geführt und dürften 1944 nicht mehr in nennenswerten Stückzahlen vorhanden gewesen sein (Eckardt, Werner / Morawietz, Otto: Die Handwaffen des brandenburgisch - preußisch - deutschen Heeres 1640 – 1945, Hamburg 1973, S. 223).

    Der Volkssturm hat aber nichts mit den oben erwähnten „Volksgrenadierdivisionen (VGD)“ zu tun.
    Die VGD hatten die gleiche Ausrüstung wie die sonstigen Infanteriedivisionen der Wehrmacht.


    Für den Namen Volksgrenadierdisivion gibt es zwei Erklärungen:

    - zum einen erfolgte die Namensgebung aus psychologischen Gründen. Diese Divisionen wurden gegen Kriegsende aufgestellt, man wollte daher auf so eine Art Volksaufgebot hinweisen, wie es ja angeblich auch 1813 gegen Napoleon bestanden haben soll (aber in Wirklichkeit nie bestand).

    - zum anderen wurde die Masse dieser Divisionen in den besetzten Gebieten Polens und des Südostens aufgestellt. Die Mannschaften rekrutierten sich in starkem Maß aus Volksdeutschen - daher der Name.

    Die VGD unterstanden direkt Himmler als Befehlshaber des Ersatzheeres, sie wurden nur für den rein taktischen Einsatz anderweitig unterstellt. Die Gerichtsbarkeit blieb auch während des Fronteinsatzes bei Himmler, Offiziere der VGD durften ohne seine Genehmigung nicht aus diesen Verbänden versetzt werden. Die Hintergründe dafür liegen in den Ereignissen des 20. Juli 1944, es sollte damit sukzessive eine stärkere nationalsozialistische Ausrichtung ganzer Divisionen erreicht werden. Um es noch einmal klarzustellen: Es gab in den Volksgrenadierdivisionen keine organisch eingegliederten Volkssturmverbände. Eine gliederungsmäßige Unterstellung des Volkssturms unter die Wehrmacht fand überhaupt nicht statt, es gab allenfalls eine taktische Unterstellung für den Einsatz.

    Ich vermute eher, dass das Bajonett aus dem ersten Weltkrieg stammt. Gehörte der Ort von dem wir hier sprechen, evtl. bis 1918 zu der damals deutschen Region Eupen-Malmedy, die erst im Vollzug des Versailler Vertrages zu Belgien kam?

    Literatur:
    Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945. Bd. 1: Die Landstreitkräfte - Waffengattungen – Gesamtübersicht, Osnabrück 1979, S. 90 ff.
    Pröhuber, Karl-Heinz: Volksgrenadier-Divisionen. Zur Geschichte und die personellen/ökonomischen Rahmenbedingungen der im Westen eingesetzten 1944/45 Volksgrenadier-Divisionen. Aachen 2017.