Beiträge von Prospero

    Die Amis haben ihre M 109 bis heute im Einsatz, unsere ( 2 200 Stck ) wurden verschenkt.

    Wie kommst Du auf 2200 Panzerhaubitzen M 109 bei der Bundeswehr? Gibt es dafür eine solide Quelle? Nach meinem Kenntnisstand hatte die Bundeswehr ca. 600 M 109 als Erstbeschaffung. Selbst wenn ich sämtliche Artilleriebataillone der Heimatschutzbrigaden mitrechne (die nicht alle auf M 109 umgerüstet wurden), komme ich mit Stand 1989 höchstens auf auf 46 Artilleriebataillone mit M 109. 46 x 18 Haubitzen pro Btl macht 828, evtl. noch einige Haubitzen an der Artillerieschule und bei den Inst-Ausbildungskompanien, aber auf mehr als höchstens 1000 komme ich auf keinen Fall.

    Und ansonsten wollten wir doch eigentlich auf Lagerfeuerromantik im Stile von "jungen Leutnants haben da den letzten Schliff von ihren Fw erhalten" oder "Abenteuer auf Staatskosten"bei diesem Thema verzichten, wie das Tc in seinem Eröffnungsbeitrag dankenswerter Weise klar gestellt hat.

    Ich halte das für einen recht objektiven Film, der sehr sachlich die personellen und materiellen Rahmenbedingungen der Reserve- (Geräte-) Einheiten darstellt. Die angesprochenen Probleme mit dem Einsatz der Reservisten bestanden tatsächlich.


    Es gab bei der „alten“ Bundeswehr Truppengattungen, die wegen ihrer großen Friedensstärke relativ viel ausgebildete Reservisten produzierten, aber kaum Reserveeinheiten aufzustellen hatten. Dazu gehörte die Panzertruppe, die Artillerie, die Panzeraufklärer, die Panzerjäger, aber auch in gewissem Umfang die Fernmeldetruppe.

    Dann gab es Truppengattungen mit recht geringem Friedensumfang, die folglich nur wenig ausgebildete Reservisten zur Verfügung hatten, aber im V-Falle auf ein Mehrfaches ihres Friedensumfanges anwuchsen. Dazu zählten vor allem die Jäger- und Sicherungsverbände, aber auch die Sanitätstruppe, die Feldjäger und nach Einrichtung der WHNS-Organisation mit ihren vielen Transportverbänden die Nachschubtruppe.

    Dieses Missverhältnis zwischen ausgebildetem Personal und Bedarf an bestimmten Ausbildungsrichtungen führte dann eben dazu, dass der Artillerist auf einmal als Sicherungssoldat im Heimatschutzregiment landete. Bei den Heimatschutzkompanien und den Sicherungszügen sah es vielfach noch schlimmer aus. Dort fehlten nicht nur die Jägerunteroffiziere und –feldwebel, sondern auch die Mannschaften kamen oft aus völlig artfremden Truppenteilen.


    Die Schwierigkeiten mit den nicht immer sehr geeigneten Fahrzeugen der materiellen Mob.-Ergänzung sind zur Genüge bekannt. Andererseits hätte man aber für die zahlreichen erst im V-Falle aufzustellenden Reserve-Einheiten nicht viele tausende LKw quasi auf Halde bereithalten können, das wäre sowohl von der Finanzierung wie auch von Raumbedarf und Materialerhaltung nicht darstellbar gewesen. Nachgedacht hat man über Zuschüsse für private Fahrzeughalter, wenn diese bestimmte, den Vorstellungen der Bundeswehr gerecht werdende Fahrzeuge angeschafft hätten. Etwas ähnliches gab es z.B. vor dem ersten Weltkrieg im Kaiserreich. Nach meinem Kenntnisstand wurde aber diese Überlegung bei der Bundeswehr nicht verwirklicht.


    Ob Heimatschutzregimenter tatsächlich von vornherein planmäßig am VRV eingesetzt worden wären, wie dies im Film unterschwellig anklingt, lasse ich mal dahingestellt. Die mir bekannten GDP-Befehle des II. und III. (GE)-Korps und des TerrKdo SÜD (soweit sie freigegeben sind), beinhalten nichts dergleichen. Krisenlagen hätten eine neue Beurteilung der Lage erfordert. Ich glaube eher, dass hier eine Verwechslung mit den Heimatschutzbrigaden vorliegt, die ja in zwei Fällen bereits im Frieden der NATO unterstellt waren (51 und 56). Auch die „Vorläufer“ der HSchBrig und HSchRgt, die Heimatschutzkommandos der Heeresstruktur 3 waren hier anders zu beurteilen, weil die Heimatschutzkommandos Kaderverbände für Reservedivisionen waren.

    Lediglich in Bayern (Wehrbereich VI) war bis ca. 1985 der Einsatz des HSchRgt 86 in Südostbayern im Rahmen eines Sperrverbandes zwischen Inn und Salzach vorgesehen, falls es zu einem Angriff des Warschauer Paktes durch Österreich gekommen wäre. Ab 1985 wurden durch radikale Änderungen der Planungen von CENTAG und II. (GE)-Korps dann die 1. Gebirgsdivision und die 10. Panzerdivision für den „Fall Österreich“ freigemacht.


    Der Leitende der Übung „Landesverteidigung 88“, Generalmajor Brugmann, hat ein Buch zu den Heeresmanövern der Bundeswehr veröffentlicht. Darin beschreibt er u.a. auch die LV 88 und bewertet diese Übung mit folgenden Worten: „ Die Übungsanlage funktionierte, Der Bundeskanzler war beeindruckt von „seiner“ Truppe, die er im Falle von Krise und Krieg selbst zu führen hätte, und die Sowjetunion und der Warschauer Pakt hatten begriffen, dass das Territorialheer keine NATO-Reserve war und hielten es überdies für einsatzbereit.“ (Brugmann, Gerhard / FüAkBw: Heeresmanöver der Bundeswehr, Buchholz 2004, S. 202). Das war wieder die leider so oft übliche Selbsttäuschung der Führungsleiste nach solchen Übungen.

    Abweichend von der seit Jahrzehnten gültigen Regelung, wonach Bataillone und Regimenter in Kompanien/Batterien/Staffeln/Eskadronen unterteilt sind oder waren, gab es hier bei der Heeresstruktur I - und nur dort - der Bundeswehr Abweichungen.

    Zwei Anmerkungen:

    1. Eskadronen gab es bei der Bundeswehr nicht.

    2. Diese Abweichungen in den Kompaniebezeichnungen gegenüber der Nummer des Bataillons gab es auch noch bis Mitte der 1960er Jahre in der Heeresstruktur 2.


    Beispiel:

    Transportbataillon 270

    Aufstellung 1963 durch Umbenennung des TrspBtl 210. 1964 Verlegung von Stab und Teilen nach Standort: Böblingen.

    Die Kompanien werden 1967umbenannt in 1./ usw TrspBtl 270

    Wird dort 1971 Jägerbataillon 501. TrspKp 271 und 291 werden VersBtl 4 in Nürnberg.

    Neuaufstellung 1971 durch Umbenennung der in Nürnberg liegenden Teile des Betriebsstoff-Transportbataillons 290.

    Gliederung 1963: St/VersKp (Nürnberg), leTrspKp 271 (Nürnberg), mTrspKp 274 (Nürnberg), mTrspKp 275 (Böblingen), mBstfTrspKp 275 (Böblingen), mBStfTrspKp 291 (Nürnberg), sBstfTrspKp 295 (Nürnberg), AusbKp 18/II (Böblingen)



    Oder bei der Artillerie:

    Beobachtungsbataillon 270

    Aufgestellt März 1959 durch Umbenennung und Umgliederung des Artillerie-Beobachtungs-Btl 452. Wird Mai 1966 aufgelöst, die einzelnen Einheiten bilden die Kader zur Aufstellung der BeobBtl 43, 83 und 123 bzw. der entsprechenden Beobachtungs-, Schallmeß- und Radar-Bttr als Vorläufer dieser Btl.

    Standort: Münsingen, ab Dez. 1959 Großengstingen

    Gliederung 1963: St/StZug, Beob-Bttr 271, Beob-Bttr 272, Beob-Bttr 273, AusbBttr 2/II (1960 – 1964), Ballon-Wetterzug 201.


    Oder der Sanitätstruppe:

    Sanitätsbataillon 210

    Aufstellung März 1957 als Sanitätslehrbataillon, wird Juni 1959 Sanitätslehrbataillon 220.

    Neuaufstellung Stab und gekaderter Stabszug seit 1961

    Standort Kempten

    Gliederung 1964: St/StZg, SanKp 211, SanSammelKp 212, SanFErskp (GerE) 213, KrKwKp 214, KrKwKp 215 (GerE), SanMatKp 201.


    Grüße
    Jörg

    Ich habe ein recht ausgefallenes Bild gefunden:

    LKW 0,25 t als Zugfahrzeug für die Gebirgshaubitze 105 mm eines Luftlande-Artilleriebataillons.

    Nach dem taktischen Zeichen auf dem MUNGA (Fallschirmjägerbrigade 26) müsste es sich um ein Geschütz des Luftlande-Artilleriebataillons 265 handeln. Das Bataillon lag in Speyer, wurde 1970 aufgelöst und zur Aufstellung des Feldartilleriebataillons 121 der 12. Panzerdivision herangezogen.

    Die technische Seite dieser Zugkombination kann ich nicht beurteilen, ich weiß auch nicht, ob das nur ein inoffizieller Truppenversuch war. Die Gebirgshaubitze dürfte in Fahrstellung um die 1300 kg wiegen.

    Quelle des Bildes: Deutsches Soldatenjahrbuch 1968.


    Angeblich soll es in den späten 1960er Jahre bei den Luftlande-Artilleriebataillonen auch Versuche mit den ersten Test-Exemplaren des KraKa als Zugfahrzeug der Gebirgshaubitze gegeben haben. Siehe beigefügtes Bild (Quelle: Krug, 25 Jahre Artillerie der Bundeswehr, S. 197).


    Ich denke aber, dass beide Zugkombinationen abseits fester Wege schnell an ihre Grenzen gestossen sind.

    Das ist das Nachfolgemodell der blaugrauen. Qualität sagen wir mal "schwächer" als die blaugraue:

    Blaugrau und schwarz gab es bis Ende der 1980er Jahre nebeneinander, damals aus genarbtem Material. Dann kam die Mappe in glattem Material, nur noch in Schwarz. Auch hier konnte man anfangs die Ringleiste noch ausknöpfen. Und schließlich kam schwarz, glatt und feste Ringleiste. Die Mappen aus dem glatten Material sind in der Qualität des Material und der Verarbeitung (Nähte, Reißverschluss) deutlich schwächer als die "alten" Mappen aus dem genarbten Material.

    bei uns in GrenBtl wurden 1980-1981 die Wehrpflichtigen MKF und Milan schützen HG.

    Unser Spießfahrer wurde ebenfalls HG, der Fahrer vom KpChef nur OG.

    Der Hauptgefreite musste als Dienstposten extra in der StAN ausgewiesen werden. In den StAN stand dagegen "S" für Soldat, auf diesem Dienstposten konnte der Betreffende dann höchstens OG werden.
    Als HG waren in manchen StAN z.B. die Fahrer von SPz, Bergepanzern, Kranwagen ausgewiesen, aber auch die MILAN-Schützen oder einige Soldaten bei den Inst-Trupps. Siehe beigefügten StAN-Auszug. Hier gibt es beim Inst-Trupp einen HG und 2 x Soldat.

    Besonders spannend finde ich die Karte mit dem Militärstraßengrundnetz.

    In den Bw-Straßenatlanten müssten die auch drin gewesen sein, wenn auch sicher verkleinert und leider wurden die wohl meist rausgetrennt.

    Im Kraftfahrer-Atlas waren keine Militärstraßengrundnetzkarten enthalten.

    Der Atlas basierte auf der Kartenserie 444 – Verkehrskarte Deutschland und Nachbargebiete – Maßstab 1 : 500.000. (Serie M 444- KFA).


    Die „Militärstraßen-Grundnetz und Haupt-Zivilstraßengrundnetz-Karte“ beruhte dagegen auf der Kartenserie 1501, Maßstab 1:250.000. (Serie M 1501 – MCR).


    Der Atlas war für den Friedenseinsatz gedacht, die MCR-Karte dagegen hatte nur Bedeutung für den V-Fall.


    Bei den Militärstraßen muß man auch noch darauf achten, was mit Militärstraßen genau gemeint ist. Vor allem in den Anfangsjahren der Bundeswehr wurde häufig von der Möglichkeit der Vereinbarung „örtlicher Militärstraßen“ innerhalb des Standortübungsbereiches nach dem damaligen § 48 (1) StVO Gebrauch gemacht, um sich von der Erlaubnispflicht für GuS-Fahrzeuge und Kolonnen zu befreien.


    Die Militärstraßen auf der MCR-Karte sind dagegen überörtliche Militärstraßen, die vor allem in Hinsicht auf die GDP-Planung festgelegt wurden. Ursprünglich war gedacht, für alle auf dieser Karte bezeichneten Straße die Freigabe nach § 48 (1) StVO zu bekommen. Das wurde allerdings nie erreicht, ganz im Gegenteil, die Auflagen der zivilen Straßenverkehrsbehörden, die dann über die Verkehrskommandanturen an die Truppe weitergegeben wurden, wurden immer restriktiver. Ich spreche hier aus leidvoller Erfahrung als Feldjäger, weil wir dann diese Auflagen z.B. bei der Begleitung von SLT durchsetzen sollten.


    Andererseits war es durchaus nicht so, dass nur die auf der Karte genannten Militär-Straßen für militärische Zwecke hätten benutzt werden dürfen. Im Zweifelsfall wären alle geeigneten Straßen in Anspruch genommen worden – was dann durchaus zu Problemen mit den Nutzern der „Hauptzivilstraßen“ geführt hätte. Die Regelung, wer dann seine Prioritäten in welcher Weise durchsetzt, war auch eines der ungelösten Probleme beim Territorialheer und im Bereich der ZMZ.


    Literatur:

    Schiller, Volker: Thematische Kartenserien als Führungsmittel. Untersuchung über Informationsgehalt und Darstellungsmethoden militärischer Straßenkarten (Jahresarbeit Führungsakademie der Bundeswehr Hamburg) Hamburg 1971.

    Holzhausen, Georg: Kolonnenmarsch, Darmstadt 1964

    Jeschor, Alfred: Gelände - Karte und Luftbild, Regensburg 1978.

    Grüße
    Jörg

    Das ist dann die moderne Variante - ca. 1980:

    Jetzt mit MILAN, HOT und TOW statt Cobra und "Rec Rifle" (=Leichtgeschütz). Auch hat die Brigadeartillerie jetzt 3 x 6 statt 2 x 6 Geschütze. Und die Infanterie kämpft auch nicht mehr im Stützpunkt.

    Zu den Fettstiften:

    Ich kenne die in Schwarz, Rot, Blau, Grün und Gelb. Bei den Feldjägern gab es sie z.B. in den Unfallaufnahmeausstattungen und sollten dort der Spurenmarkierung dienen. Wir haben sie aber kaum verwendet, weil die Markierungen auf Fotos kaum erkennbar waren. Stattdessen kam normale Kreide oder die dicken gelben bzw. weißen Fettkreiden zum Einsatz.

    Wenn ich mich recht entsinne, gehörten die Fettstifte eigentlich auch zum ABC-Markierungssatz. Damit sollte auf die Rückseite der Markierungsfolie das Datum der Feststellung des Kampfstoffes bzw. der Verstrahlung als Datum/Zeitgruppe vermerkt werden.

    Bei der Kleiderkasse gab es lange auch Fettstifte als Drehstifte mit Minen zu kaufen (siehe beigefügte Abbildung).


    Die oben in dem Fotos aus dem Katalog der Kleiderkasse gezeigte Schablone Taktische Zeichen gab es in unterschiedlichen Ausführungen auch offiziell eingeführt mit Versorgungsnummer (Bilder anbei).
     

    Auch den Schnellrechner Marschbearbeitung konnte man nicht nur privat erwerben, er war "dienstlich" in mancher StAN vorgesehen, siehe beigefügten StAN-Auszug einer Feldjägerkompanie.

       StAN VI A FJgKp 1987.pdf

    Und sieht im Original mit einer möglichen Bestückung so aus:


    Allerdings hier die schwarze Ausführung. Es gab eine Ausführung in genarbtem Leder, später dann in genarbtem Kunstleder. Ende der 1980er Jahre wurden die Mappen in glattem Kunstleder gefertigt.

    Grüße
    Jörg

    1988 scheint der Bund Unmengen an Geld in altmodische Dinge versenkt zu haben. Die Ledermeldetasche, kleine Kampftaschen oder die Rucksäcke wurden lange Zeit nicht hergestellt, dann aber alle in 1988 nochmal aufgelegt.

    Ob die Lederkartentasche altmodischer war als das olive Modell, darüber kann man trefflich streiten. Ein möglicher Grund für die Beschaffung könnte gewesen sein, dass ab Mitte der 1980er Jahre die Aufstellung der zahlreichen und recht personalstarken WHNS-Einheiten vorangetrieben wurde. Das waren zwar nahezu ausschließlich Geräteeinheiten, aber dafür brauchte musste eben in den Mobstützpunkten auch die entsprechende Ausstattung eingelagert werden.


    Grüße
    Jörg

    Die NVA Kartentaschen aus Kunstleder werden in Sammlerkreisen als MHO (Militär Handels Organisation) Kartentaschen bezeichnet; ich nehme an, die waren nicht dienstlich geliefert und man konnte sie bei der MHO kaufen.

    Ich war seit Ende 1991 in der gewesenen DDR bei der Übernahme der Restteile der NVA eingesetzt. Diese Kunstledertaschen waren damals auch in offiziellen Ausrüstungsbeständen der Einheiten vorhanden. Ich kann allerdings nicht mehr sagen, ob sie anders gekennzeichnet waren als etwaige Taschen von der MHO.

    Kein so ein Schrott wie die BW Taschen.

    Also die Leder-Kartentaschen der Bundeswehr würde ich nicht als Schrott betrachten. Auch war die Unterbringung der Stifte deutlich besser gelöst als bei der NVA-Tasche mit dem gelochten Lederstück.
     
    Zudem gab es die NVA-Tasche auch in einer deutlich schlechteren Qualität in Kunstleder/Kunststoff.
    Warum man bei der Bw die Ledertasche nicht mehr beschafft hat, ist mir nicht bekannt. Die vorhandenen Ledertaschen wurden zumindest bei der Feldjägertruppe noch jahrzehntelang gebraucht, auch an den Feldjägerschule. Zudem lagen sie vielfach in den MobStützpunkten eingelagert

    Des Rätsels Lösung ist die > Gebirgs Heeresflieger Staffel 8 aus Penzing 1957-1994 (Do 27 - Bo 105) < die bei der 1. Gebirgsdivision eingegliedert war.


    Leider ist das eine sehr verkürzte Aussage zu den Gebirgs-Heeresfliegern.

    Die Gebirgs-Heeresfliegerstaffel 8 wurde im September 1958 aus Teilen der HFlgStff 823 und 815 aufgestellt. Aus der Staffel wurde beginnend 1966 das Gebirgs-Heeresfliegerbataillon 8 formiert, allerdings war die Aufstellung erst im März 1969 beendet.

    Das Gebirgs-Heeresfliegerbataillon 8 bestand aus
    - 1. Stabs- und Versorgungsstaffel,
    - 2. Beobachtungs- und Verbindungsstaffel (Alouette-II, Do-27)
    - 3. Transportstaffel (Sikorski S-58)

    Während der Heeresstruktur 2 verfügten die meisten Divisionen der Bundeswehr über ein Heeresfliegerbataillon.

    Das GebHFlgBtl 8 wurde im April 1971 aufgelöst und zur Aufstellung Heeresflieger-Regiment 25 und der (neuen) Gebirgs-Heeresfliegerstaffel 8 herangezogen.

    Die HFlgStaffel 8 wurde im September 1994 aufgelöst.

    Stationiert waren Staffel bzw. Bataillon auf dem damaligen Heeresflugplatz Oberschleißheim, die Unterkunft war lange in Hochbrück. Ab Juni 1981 lag die Staffel in Landsberg – Penzing.

    Literatur:
    Schütt, Kurt W.: Heeresflieger - Truppengattung der 3. Dimension. Die Geschichte der Heeresflieger-Truppe der Bundeswehr. Koblenz 1985.
    Ebert, H. J./ Pletschacher, P: (Hrsg.): Geflogene Vergangenheit - Luftfahrt in Schleißheim seit 1912. Oberschleißheim 2001.

    Und von den sachlichen Fehlern in dieser Bildbeschreibung wollen wir gar nicht reden:
    - Da kommt wieder mal das MG 42 zum Einsatz
    - Angeblich kann jeder Mann der Gruppe die BMK bedienen
    - auch der 2. Panzerfahrer war in der Praxis ein Wunschtraum
    - und das der HS 30 das große Angriffstempo mit den Panzer durchhält, dürfte auch die Ausnahme gewesen sein. Das schaffte er schon beim M 48 nicht und beim Leopard 1 erst recht nicht.

    Es gab ja in der größten Aufstellungsphase nur 2 Bataillone (800 und 850), die in den achtziger Jahren fusioniert wurden. Selbst zur Aufstellung der Korps-Kp'n hat es ja nicht mehr gereicht.


    Zur größten Aufstellungsphase und den nicht vorhandenen PSV-Kp des Korps könnte man jetzt trefflich streiten.

    Den größten Umfang dürfte die PSV-Truppe unter Einschluß der Geräte-Einheiten in der Heeresstruktur 3 (bis 1980) gehabt haben. Damals gab es auch aktive PSV-Kpn bei den Korps:

    PSV-Btl 800 (TKN)

    PSV-Btl 850 (TKS)

    PSV-Kp 681, später 600 (TK-SH)

    PSV-Kp 181 (I. Korps)

    PSV-Kp 281 (II. Korps)

    PSV-Kp 381 (III. Korps)


    sowie als Geräte-Einheiten

    PSV-Kp 712 (WBK II)

    PSV-Kp 713 (WBK III)

    PSV-Kp 714 (WBK IV)

    PSV-Kp 715 (WVK VI)

    PSV-Kp 716 (WBK VI)


    Allerdings dürften vor 1980 Brustanhänger noch eher selten gewesen sein, wobei ich dafür kein Spezialist bin.


    Literatur:

    - Bolik, Gerd: Die PSV-Truppe der Bundeswehr. In: Truppendienst 5/1987, S. 477 – 480.

    - Drews, Dirk: Die Psychologische Kampfführung / Psychologische Verteidigung der Bundeswehr -

    eine erziehungswissenschaftliche und publizistikwissenschaftliche Untersuchung. Dissertation,

    Universität Mainz. Mainz 2006.

    - Drews, Dirk / Kommandeur Zentrum Operative Information (Hrsg.): 50 Jahre durch Überzeugen

    gewinnen. PSK-, PSV- und OpInfo-Truppe 1959 – 2009, Mayen 2009.

    - Fernmelde-Bataillon 950 (Hrsg.): Chronik. Geschichte der PSV-Truppe von 1957 – 1989. Andernach

    1993.

    Grüße
    Jörg

    Ich habe das sehr genau gelesen. Du hast geschrieben "ich distanziere mich ausdrücklich von allen auch nur neutralen Bewertungen des Krieges" - von ALLEN, ohne irgendwelche Einschränkungen.
    Das die angebotenen Hefte keinerlei Wert für eine objektive Beschäftigung mit dem III. Reich haben, steht ausser Frage.

    Aber ich distanziere mich ausdrücklich von allen auch nur neutralen Bewertungen des Krieges, die ein geisteskranker, größenwahnsinniger Völkermörder angezettelt hat.

    Das heißt dann in der Konsequenz, das darunter für Dich auch alle Veröffentlichungen des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes der Bundeswehr fallen, die mit Sicherheit neutrale Bewertungen enthalten. Da gibt es z.B. eine vielbändige Reihe: "Das deutsche Reich und der 2. Weltkrieg", die in der Historikerzunft international hohe Anerkennung genießt.