Beiträge von Prospero

    Vor 1945 hatten Feldjäger-EinsatzKfz ja auch keine Kennzeichnung für hoheitliche Aufgaben.

    Tatsächlich als "Feldjäger" bezeichnete Soldaten gab es bei der Wehrmacht erst gegen Kriegsende. Diese Feldjäger-Truppenteile waren fast ausschließlich im Ordnungsdienst und bei der Versprengtenkontrolle eingesetzt und hatten dazu weitestgehende Befugnisse. Siehe dazu hier:
    http://www.lexikon-der-wehrmac…en/Ordnungstruppen/FJ.htm

    Die Aufgaben im Verkehrsdienst, für die man die RKL blau vor allem braucht, wurden dagegen von der Feldgendarmerie und in den Anfangsjahren des 2. Weltkrieges von den Verkehrsregelungsbataillonen erfüllt:
    http://www.lexikon-der-wehrmac…en/Ordnungstruppen/FG.htm
    http://www.lexikon-der-wehrmac…ehrsRegBat/Gliederung.htm
    Aber die Abgründe der Ordnungstruppen der Wehrmacht als Vorläufer der Bundesweh-Feldjäger führen doch etwas vom Thema weg.

    Ich kann mir übrigens durchaus vorstellen, dass das runde weiße Schild im Reservereifen (Foto oben) mit dem Schriftzug "Feldjäger" durchaus im Rahmen der vielen damaligen Versuchslösungen von oberer Stelle abgesegnet war. Irgendeine Kennzeichnung eines Feldjäger-Kfz nach hinten war sicher zweckmäßig und beim F 91/4 gibt es hinten nicht allzuviel Möglichkeiten ein größeres Schild anzubringen.

    Grüße
    Jörg

    Nun ja, Kai,


    das ist Wildwuchs und Wichtigmacherei. Viel interessanter finde ich die fehlende RKL auf der Fahrerseite neben der Windschutzscheibe. Ohne die ist ein Feldjäger-Einsatzfahrzeug ziemlich witzlos.


    Gruß, Wolf

    Die Feldjägertruppe hatte zunächst ab 1956 den Munga F 91/4. Dieser wurde anfangs ohne RKL blau verwendet, nicht einmal die Stange dafür war vorhanden. Die ab 1962 dann hauptsächlich als Streifenfahrzeug verwendeten F 91/8 hatten dagegen von vornherein die RKL blau. Ein Grund für die nicht vorhandene RKL blau lag anfangs auch darin, dass die StVZO (§ 52 Abs. 3) noch nicht geändert wurden war. Man stritt sich um die Formulierung. Die Feldjäger hießen bei der Aufstellung der Lehrkompanie Ende 1955 noch "Militärpolizei". Erst auf Einspruch der Länder, die um ihr föderalistisches Recht, der Aufstellung von "Polizei"- kräften fürchteten, musste die Bezeichnung 1956 auf "Feldjäger" geändert". Man wollte damit jeden Eindruck vermeiden, dass sich der Bund eine eigene operative Polizeitruppe schaffen würde. Deswegen ja auch damals "Bundesgrenzschutz".
    Man entschloss sich nach einigem Hin und Her dann doch in der StVZO die Formulierung "Militärpolizei" zu verwenden, weil dann damit auch alliierte Militärpolizeien abgedeckt waren.

    Ich füge im Anhang einige Fotos von 0,25 to Feldjägerfahrzeugen aus den Jahren 1956 - 1959 bei. Bei keinem der Fahrzeuge ist eine RKL blau zu erkennen. Das Photo oben stammt übrigens aus dem Jahre 1959, es ist bei einer der ersten Übungen der Gewässerorganisation Rhein aufgenommen und zeigt den Übergang mit der Flußfähre Mannheim. Das Photo ist reine Propaganda, direkt am Gewässer hat kein Feldjäger etwas verloren. Wahrscheinlich hat man das FJgKfz dekorativ dort hingestellt, da passt natürlich die Bemalung am Reserverad hervorragend.        
         

    Mal ganz ehrlich, was will man denn damit reißen, einen Wolf mit dem Pülverchen aus dem für die Fahrzeuggröße relativ kleinen Behälter abzupudern?


    Es soll ja auch nicht der ganze Wolf entgiftet werden. Dieser Dekontaminationssatz ist dafür gedacht, Stellen zu entgiften, die eventuell berührt werden müssen (Türgriffe, Lenkrad, Schalthebel etc.), damit mit dem Fahrzeug zu einer Dekontaminationseinrichtung gefahren werden kann. Damit soll verhindert werden, dass der C-Kampfstoff noch weiter verschleppt wird.

    Die Dekontaminationsausstattung ist Teil des Bordausstattungssatzes, im Falle des Wolfs also des Bordausstattungssatzes A.

    Damals gab es für den Hauptfeldwebel noch keine „Schwalbe„ auf den Schulterklappen.

    Der Dienstgrad "Hauptfeldwebel" wurde bei der Bundeswehr erst einige Zeit nach der Gründung eingeführt - ich meine um 1960. Bis dahin war die Reihenfolge Feldwebel - Oberfeldwebel - Stabsfeldwebel - Oberstabsfeldwebel (wobei die Stabsfeldwebel eine Prüfung ablegen mussten, um zu diesen Dienstgraden befördert werden zu können). Der "Hauptfeldwebel" war damals keine Rang, sondern eine Dienststellung - nämlich der spätere Kompaniefeldwebel. Man hatte also anfangs in der Bundeswehr die Regelung der Wehrmacht übernommen.
    Auch die NVA kannte keinen Dienstgrad "Hauptfeldwebel", auch dort war der Hauptfeldwebel eine Dienststellung.

    Und noch zwei:
    Die Fahrzeuge waren ausgesondert und wurden ab 1989 an der Schule für Feldjäger und Stabsdienst für die praktische Ausbildung Kfz-Kontrolle im Lehrgang "Kontrolle von Gefahrguttransporten der Bundeswehr" innerhalb der Kaserne eingesetzt. Ich hatte damals das Vergnügen, diesen Lehrgang als Lehrgangsleiter durchzuführen.
       

    7 to KHD als Flugfeldtankwagen 5 to MAN mit Tankaufsatzbehältern

    Der Bilder zweiter Teil.


    Praktische Ausbildung während des Lehrgangs ABC-Abwehr/SE-Offizier, 1984,

    Die nächsten sechs Bilder sind Übung "Ortskampf" während der Heereseinheitlichen taktischen Weiterbildung (HTW), 1986, TrÜbPl Hammelburg,
           

       

    Ich steuere auch ein paar Fotos aus lange vergangenen Tagen bei:

    1984 Standortübungsplatz München - Hochbrück, 1./FJgBtl 760, Panzernahbekämpfung mit der Panzerabwehrmine und Rauchkörpern



    1985 Truppenübungsplatz Grafenwöhr, 1./FJgBtl 760, Panzerüberrollbahn



    1985 Truppenübungsplatz Grafenwöhr, FJgBtl 760, Teile einer FJgKp auf dem Kfz-Abstellplatz



    1987 TrÜbPl Münsingen, 6./FJgBtl 760, Schießen mit Handflammpatrone Üb



    1987 TrÜbPl Hammelburg, 6./FJgBtl 760,



    1988 Standortübungsplatz Kempten-Bodelsberg, Schule für Feldjäger u. Stabsdienst, Feldwebellehrgang FJg, Ausbildung Sicherung eines Verfügungsraums



    1993 Truppenübungsplatz Dauban (Sachsen), 2./FJgBtl 701, Spähtrupp auf Kfz - Man beachte die vorbildliche Marschtarnung. Die gelben Flaggen waren hier nicht zur Kennzeichnung ausgefallener KFZ, sondern waren die befohlene Kennung für ausweichende eigene Kräfte.



    1994 Truppenübungsplatz NOCHTEN, 2./FJgBtl 701, Feuerkampf mit MG von der Drehringlafette.

    Bei Gefallen kann ich noch einige Bilder liefern.

    Leider wurde die Erbswurst im Lauf der Jahre verschlimmbessert, ich nehme nicht an, daß das Originalrezept von 1889 Glutamat enthielt.


    Ich bilde mir ein, früher musste die Erbswurst eine Minute kochen, am Samstag die „Erinnerungssuppe“ hatte drei Minuten Kochzeit.


    Detlev

    Auch die Zubereitung wurde geändert. Früher mussten die Teilstücke zerdrückt und mit etwas kalten Wasser angerührt werden, dieser Brei wurde dann in den Rest des Wassers eingerührt und aufgekocht. Wenn ich mich recht entsinne war, die Kochzeit tatsächlich früher kürzer.
    Heute werden die zerdrückten Erbswurstteile mit der gesamten Wassermenge aufgegossen und zum Kochen gebracht.

    Kleiner Kritikpunkt: Das taktische Zeichen auf dem Cargo kann es eigentlich nicht gegeben haben. Die Nachschubkompanie 120 (=PzBrig 12) wurde erst 1974 aufgestellt. Nach meiner Kenntnis gab es da schon lange keine Hotchkiss Cargo in der Bundeswehr mehr. Vor 1974 hatten die Brigaden Versorgungsbataillone, die Nachschubkompanie 120 wurde aus dem Nachschubzug der 1. Kp und der 4. Kp (Transportkompanie) des aufgelösten Versorgungsbataillons 126 gebildet.
    Außerdem gab es den Hotchkiss Cargo in den Versorgungsbataillonen nicht, er fuhr in den gepanzerten Nachschubgruppen der Kampftruppenbataillone.

    Grüße
    Jörg

    Allerdings wurde die Bäckerei- und Metzgerei-Kompanie beim Nachschub-Lehr-Bataillon 130 schon im Oktober 1969 aufgelöst.

    Ich habe in der Anlage mal zusammengestellt, was sich im Laufe der Zeit in meinen Unterlagen so zu Bäckerei-Einheiten der Bundeswehr bei mir angesammelt. Vielleicht interessiert es den einen oder anderen.

    Grüße
    Jörg

    Dateien

    • Bäckerei.pdf

      (86,12 kB, 54 Mal heruntergeladen, zuletzt: )

    Die Anlage 1 des WaffG enthält ledigich die Begriffsbestimmungen, macht aber keine Aussage darüber, ob eine Waffe verboten ist. Der Besitz von Hieb- oder Stoßwaffen ist per se nicht verboten, lediglich das Führen in der Öffentlichkeit ist nicht ohne weiteres erlaubt.
    Wenn das anders wäre, würde ja die ganze Mittelalter-Reenactment-Szene massenhaft wegen des Besitzes verbotener Waffen (Speere, Lanzen, Dolche Schwerter) vor den Kadi gezerrt werden.

    Zusammenfassend: Besitz auch des abgeänderten Bw-Kampfmessers nicht verboten, Führen in der Öffentlichkeit normalerweise eine Ordnungswidrigkeit (§ 53 Abs. 1 Nr. 21 a i.V.m. § 42 a WaffG).

    So ist es !

    Deshalb auch der getrennte Versand.

    Der Besitz bleibt aber trotzdem verboten, weil es sich um ein zweiseitig angeschliffenes Messer handelt.

    Warum sollte ein feststehendes zweiseitig angeschliffenes Messer verboten sein? Der Begriff "zweiseitig geschliffen" taucht im Waffengesetz nur in Verbindung mit gewissen Arten von Springmessern auf.
    "1.4.1

    Spring- und Fallmesser nach Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 2 Nr. 2.1.1 und 2.1.2. Hiervon ausgenommen
    sind Springmesser, wenn die Klinge seitlich aus dem Griff herausspringt und der aus dem Griff herausragende
    Teil der Klinge
    - höchstens 8,5 cm lang ist und
    - nicht zweiseitig geschliffen ist;"

    (Anlage 2 (zu § 2 Abs. 2 bis 4 WaffG) - Waffenliste


    Untersagt ist das Führen des Bundeswehrkampfmessers in der Öffentllichkeit, da feststehendes Messer mit über 12 cm Klingenlänge (§ 42 a WaffG)

    Das dürften alte Winter- oder Regenmäntel sein. Die wurden in den späten 1960er bis Mitte der 1970er Jahre eine Zeitlang in Oberschenkelhöhe abgeschnitten und in den Ausbildungskompanien z.B. bei der Gefechtsausbildung als Ersatz für die Feldparkas, die man schonen wollte, getragen.

    Das Erkennen der Flaggen kann schon problematisch sein:
    - Blaue Flagge und grüne Flagge vor oliv gestrichtener Karosserie ist nicht unbedingt sehr kontrastreich.
    - Bei Nacht sind die Flaggen so gut wie unsichtbar
    - Wenn die Flaggen feucht sind (Regen, Nebel) hängen sie zusammengeklatscht am Flaggenstock und sind auch kaum wahrnehmbar.

    Ich spreche hier aus einigen Jährchen Erfahrung bei der Verkehrsregelung als Feldjäger auf der Kreuzung - und zwar bei jedem Wetter. Wir haben oft genug das Schlußfahrzeug nicht erkannt, weil die grüne Flagge kaum sichtbar war. Wenn dann noch einige Einzelfahrzeuge nachgekleckert kamen, war man sich nicht sicher, wo jetzt das Kolonnenende war. Gut ausgebildete Kolonnen haben natürlich, wie das eigentlich auch in der Vorschrift vorgesehen war, das letzte Fahrzeug gemeldet.

    Ich nehme an, Du meinst diesen Kasten

    Hier haben wir oben den Batteriehauptschalter (nicht abnehmbar).

    Dann kommt die Kontroll-Lampe für die Batterieladung (Lampe leuchtet - Batterien werden geladen) und sechs Sicherungen.

    Unten sind zwei Steckdosen für 24 Volt, z.B. für Handlampen.

    Bei dem Schalter zwischen den Steckdosen bin ich mir nicht mehr 100% sicher. Entweder war das ein Schalter für die Steckdosen oder für die Leuchtstoffröhre über der Arbeitsplatte.


    Ganz unten ist eine LED-Leiste für die Batteriespannung.

    Grüße
    Jörg




    Hier haben wir oben den Batteriehauptschalter (nicht abnehmbar).

    Dann kommt die Kontroll-Lampe für die Batterieladung und sechs Sicherungen.

    Unten sind zwei Steckdosen für 24 Volt, z.B. für Handlampen.

    Bei dem Schalter zwischen den Steckdosen bin ich mir nicht mehr 100% sicher. Entweder war das ein Schalter für die Steckdosen oder für die Leuchtstoffröhre über der Arbeitsplatte.

    Ganz unten ist eine LED-Leiste für die Ladekontrolle.





    Ich finde das Thema und die Arbeit interessant und danke dafür, dass sie hier zur Information ins Forum gestellt wurde. Andererseits führt eine Bachelorarbeit zu einem Abschluss an einer Universität / Hochschule und sollte deshalb wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Hier setzt meine Kritik ein.


    Nun bin ich schon etwas älter und auf direkten Weg ins Rentenalter, also liegt mein Studium einige Jährchen zurück. Wenn ich mir die hier zur Diskussion stehende Bachelorarbeit ansehe, kann ich nur feststellen, dass so etwas damals kaum als Seminararbeit durchgegangen wäre. Auch ich bin der Meinung, dass die Qualität der Bachelorarbeiten allgemein nicht besonders hoch ist und nicht mit früheren Diplomarbeiten usw. vergleichbar ist.


    Einige Kritikpunkte seien herausgegriffen:

    1. Handwerkliche Mängel:
    a) Auf Seite 36 erscheint ein angebliches „Literaturverzeichnis“. Das ist aber tatsächlich ein Verzeichnis der Anmerkungen. Ein Literaturverzeichnis hat zumindest nach dem Namen der Autoren geordnet zu sein.

    b) Die Literatur- und Quellenkenntnis des Autors ist unzureichend. Auch wenn die Bundeswehr heute nur noch selten mit größeren geschlossenen Verbänden marschiert, so wurden doch bei den Streitkräften seit 1956 wahrscheinlich die reichhaltigsten Erfahrungen zum Thema Kolonnenmarsch gesammelt – mehr jedenfalls als bei anderen Behörden. Auf S. 25 ff. beschreibt er eine Marschübung mit gerade mal 7 Fahrzeugen, bereits hier sind nach seiner Darstellung Probleme aufgetreten. Bei der Bundeswehr waren Marschgruppen mit 30 bis 50 Fahrzeugen fast der Normalfall, im Regelfall blieb es auch nicht bei einer Marschgruppe, sondern es folgten in kurzen Abständen mehrere Kolonnen. Entsprechend reichhaltig waren die Erfahrungen der Bundeswehr. Hier hätte der Autor seine Erfahrungsbasis erweitern müssen. Im Bundesarchiv-Militärarchiv lagern z.B. Unterlagen der Verkehrsführung zu dieser Thematik, die auf Erfahrungsberichten und den Meldungen über Marschverlauf der Feldjägertruppe beruhen.

    c) Die Bemerkung auf S. 7 „Eine genauere Recherche war ab diesem Punkt nicht mehr möglich, da die ZDv 42/10 VS-NfD ist – Verschlusssache - nur für den Dienstgebrauch“ zeigt nur das ungenügende Bemühen des Autors. Die 42/10 dürfte durch die Umstellung der Vorschriften längst aufgehoben sein, außerdem wäre es für die Erstellung einer Bachelorarbeit problemlos möglich gewesen, Zugang zu einer lediglich NfD eingestuften ZDv zu erhalten. Die vom Autor zitierten StANAG, die teilweise auch VS-NfD waren, hat er ja offenbar auch einsehen können, wie die Anmerkung 15 (S. 36) belegt.


    2. Inhaltliche Mängel:
    a) In seiner Kurzfassung (S. IV) schreibt der Autor „Behörden und Organisationen sind gefordert einheitlich vorzugehen und geschlossene Verbände einheitlich zu kennzeichnen.“ Ich vermisse in dieser Arbeit jedes Eingehen auf den Diskussionsstand zur Kennzeichnungsfrage innerhalb der BOS-Organisationen. Es ist unwahrscheinlich, dass sich der Autor dieser Bachelor-Arbeit als erster Gedanken zur Kennzeichnungsfrage macht.

    b) Mit der Frage des Einsatzes (Art und Verhalten der Fahrzeuge) und der Kennzeichnung von Schlussfahrzeugen sowie den dazu vor allem bei der Bundeswehr ergangenen Bestimmungen befasst er sich nur ganz am Rande, obwohl das einen erheblichen Einfluss auf die Erkennbarkeit geschlossener Verbände hat.

    c) Auf S. 1 schreibt der Autor: „Bisher sind keine Unfälle von Verbänden mit anderen Verkehrsteilnehmern bekannt, jedoch findet man oft Situationen vor, in denen es fast zu einem Unfall kommt.“ Hier schlägt die ungenügende Literatur und Quellen-Kenntnis des Autors voll durch. Hätte er die umfangreichen Erfahrungen der Bundeswehr zum Thema Kolonnenmarsch und Kennzeichnung herangezogen, wäre er auf zahlreiche Unfälle mit Marschkolonnen gestoßen, bei denen die Frage der Kennzeichnung und Erkennbarkeit auch eine Rolle spielte. Allein aus meiner persönlichen Erfahrungen von vielen Jahren Feldjägertruppe kann ich Beispiele dazu nennen. Die dazu in der Folge schon vor Jahrzehnten ergangenen Urteile kennt er auch nicht. Allein die Auswertung der Zeitschrift für Wehrrecht hätte seine Kenntnisse hier fundamental erweitert.

    Zwei Beispiele sollen genügen:

    Riecker, Albert: Kolonnenvorrecht - Urteil eines Amtsgerichts und Anmerkungen, In: Truppenpraxis 11/79 S. 891 ff.

    Heinen, Johannes: Aufschleusen von Bw-Fahrzeugkolonnen und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. In: Neue Zeitschrift für Wehrrecht 1996, S. 45 – 50.


    Grüße

    Jörg

    Hallo,

    ich bin zwar nicht der Fahrzeugspezialist, aber da ich von 1976 bis 2000 bei der Feldjägertruppe gedient habe, kenne ich zumindest die dort verwendeten Fahrzeuge einigermassen.


    Die Frage richtete sich auf einen VW T 3 Syncro als Feldjägerfahrzeug. Dieses Fahrzeug lief bei den Feldjägern als Streifenfahrzeug, mit je nach StAN-Art und -datum mit 2 bis 5 Exemplaren im Feldjägerzug. Ausstattung mit einem Funkgerät - meist SEM 25.

    Eingeführt um 1990.


    Der bei Ebay angebotene Ausstattungssatz ist aber für einen "Funkbus". Als Funkbus lief bei den Feldjägern der "normale" T 3 ohne syncro. Das war der FuC 3 a mit je nach Verwendungszweck 1 -2 SEM 25 und einem EM 25.

    Eingeführt wurden diese Fahrzeuge bereits um 1985/86.

    Der FuC 3a war bei den Feldjägern 1 x im Kompanietrupp, je einmal in den Zugtrupps und je nach Bataillonstyp 7 bis 10 x in den Fernmeldezügen der Bataillone vorhanden.


    Der FuC 3a hatte KEIN Blaulicht, das Anschaltfeld für Kabel im hinteren linken Seitenfenster und einen Dachträger für Antennen, Spaten, Feldkabelrollen.

    Der Feldjäger-Syncro hat dagegen ein fest montiertes Blaulicht, kein Anschaltfeld, keinen Dachträger und nur einen Antennenfuß.


    Ich füge einige Fotos zur Erläuterung bei.

    a) FuC 3 a und Feldjäger T3 Syncro nebeneinander

    b) FuC 3 a neben zwei 0,4 to. Das Blaulicht über der Fahrertür ist ein Truppenversuch, es gehörte eigentllich zu einem Zivilfahrzeug der Feldjäger. Da der Funkbus aber ohne Blaulicht bei der Verkehrsregelung nicht zu brauchen war, haben wir das Blaulicht versuchsweise dort montiert.

    c) Geöffnete Heckklappe eines FJg-Syncro. Hier sieht man - von links-

    + Funkgerät

    + Halterung für Feldkabel

    + Batteriekasten

    + Feldfernsprecher in Halterung

    + unter dem Fernmeldegeräten - Halterung für Spaten


    Es folgt eine Sitzbank mit 3 Plätzen, zur Nutzung während der Fahrt zugelassen. Die mittlere Sitzbank fehlt. Dafür gibt es an der in Fahrtrichtung linken Seite einen Klapptisch. Der Sitz entgegen der Fahrtrichtung hinter dem Fahrersitz ist zur Nutzung während der Fahrt nicht zugelassen (kein Gurt). Über dem Klapptisch gibt es eine größere Leuchte. Das Bedienfeld Funk ist vor dem Beifahrersitz.


    An diesem Foto erkennt man bereits, das der bei Ebay angebotene Einbausatz nicht zu einem Feldjäger-Syncro gehören kann. Dort werden unter anderem folgende Teile angeboten, die niemals im Feldjäger Syncro eingebaut bzw. dort vorhanden waren:

    - Kanisterfach mit 2 Einheitskanistern

    - Außenbordsteckdose

    - Orts- und Fernbesprechgerät (gehörte zu den FuC 3 a, konnte natürlich an jedem SEM 25/35 verwandt werden)

    - Rundumkennleuchte Bosch. Eine gelbe RKL gab es bei den Feldjägern nur beim Inst-Trupp, der Syncro hatte ein fest montiertes Blaulicht.

    Grüße
    Jörg