Beiträge von Prospero

    Wurde dann der Kübelwagen nur für Fahnenjunker hergestellt

    Oder für was steht das FJ hier :/

    Leider hat Du nicht angegeben, woher die von Dir eingestellte Grafik stammt. Ich nehme an, sie kommt vom Titelblatt der TDv eines 0,4 t. Warum man hier eine falsche Abkürzung verwendet, weiß ich nicht.

    Die korrekte Abkürzung für Feldjäger in allen möglichen Kombinationen bleibt trotzdem „FJg“ oder bei frühen EDV-Ausdrucken auch „FJG“.

    Ich füge als Beleg dazu ein Blatt aus der StAN Feldjägerkompanie und 9 weitere offizielle Dokumente bei, in allen diesen Papieren wird „FJg“ für die Feldjägereinheiten usw. verwendet.

     

    Und FJ steht für Feldjäger.


    FSchJ steht für Fallschirmjäger

    Also wenn schon Klugscheißen, dann richtig:
    Nach der guten alten ZDv 64/10 Abkürzungen für den Gebrauch der Bundeswehr (Ausgabe 1979, Bearbeitungsstand 1999) steht für:
    Feldjäger - FJg
    Fallschirmjäger - FSchJg
    FJ ist dagegen die Abkürzung für "Fahnenjunker", aber nur wenn dieser Begriff in Listen verwendet wird (ansonsten Fhj)

    Das Infanterieregiment 641 bestand nur knapp 5 Monate, es war ein Landesschützenregiment, also mehr oder weniger ein reines Sicherungsregiment. In dieser kurzen Zeit des Bestehens hat sich sicher kein Traditionsverband gebildet, zudem bestanden diese Landesschützenregimenter aus Soldaten, die meist schon an die 40 Jahre alt waren. Davon lebt heute keiner mehr.
    Diese Regiment bestand vor allem aus Soldaten aus Bayern und Südhessen.

    Beim Inf.Rgt 472 schaut es nicht viel besser aus. Dieses Regiment wurde bei Kriegsbeginn aus sog. "Ergänzungsbataillonen" des Wehrkreises VIII - Schlesien - aufgestellt. Diese Ergänzungsbataillone waren vor 1939 für Kurzausbildungen der "weißen Jahrgänge" zuständig, das waren die ungedienten Wehrpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1900 bis 1918, die zwar noch wehrpflichtig waren, die man aber nicht mehr jahrelang zur Grundausbildung einziehen wollte. Heißt in der Konsequenz: Das Personal dieses Regiment war bei Kriegsbeginn auch schon um die Dreißig, auch davon dürfte heute kaum mehr jemand leben.
    Das Regiment erhielt später weiterhin seinen Personalersatz vor allem aus Schlesien. Einheiten der Wehrmacht, die sich aus den später zu Polen gehörenden Teilen des ehemaligen Deutschen Reiches rekrutierten, bildeten nach dem Krieg kaum Traditionsverbände, weil hier einfach der örtliche Bezug nicht mehr da war.
    Traditionsverbände einzelner Regimenter waren sowieso eher selten, es gab sie fast nur bei den bereits im Frieden bestehenden Regimentern, aber kaum bei den im Verlauf des Krieges aufgestellten Regimentern mit "hohen" Hausnummern.
    Man müsste hier auf die Geschichte der vorgesetzten Division ausweichen, das war im Falle des Inf.Rgt 472 die 252. Infanteriedivision. Hier gibt es zwei Bücher:


    Geschichte der 252. Infanterie-Division 1939 - 1945 - Walter Melzer, Podzun-Pallas-Verlag, Bad Nauheim 1960 (364 Seiten)

    Dieses Buch ist in mehreren Bibliotheken verfügbar, z.B. in den Uni-Bibliotheken Düsseldorf und Münster. Am besten Du versuchst es durch Deine örtliche Bibliothek per Fernleihe zu bestellen.

    252. Infanterie-Division 1939 - 1945. Der Weg der Division in Bildern. - H. Böttger/A.v. Garn/H. Kuhnert/W. Schalt, Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg 1982
    (nur 160 Seiten).

    Inwieweit in diesen Werken näher auf das Regiment eingegangen wird, weiß ich nicht. Der Podzun-Pallas-Verlag ist nicht unbedingt ein Verlag, der inhaltlich sehr hochwertige Bücher geliefert hat, seine Publikationen erreichen oft nur das Niveau von "Landserheftchen".

    Es gab eine Traditionsgemeinschaft der 252. Inf.Div, die auch einen Rundbrief herausgab. Anscheinend hat dieser Traditionsverband aber bereits 1999 seine Tätigkeit eingestellt, siehe dazu den Vermerk im Katalog der deutschen Nationalbibliothek:

    https://portal.dnb.de/opac/showFullRecord?currentResultId=%22252.%22+and+%22Infanteriedivision%22%26any&WCF_AMPERSAND¤tPosition=0


    Zur Ergänzung hänge ich Dir noch die Einträge zu den beiden Regimentern aus dem "Tessin" an, die sind etwas ausführlicher als die Vermerke im Lexikon der Wehrmacht. Der "Tessin" ist eine vielbändige Buchreihe mit Kurzdarstellungen der Einheiten der Wehrmacht.

    Und warum wird das (nur) auf 1W Voreingestellt (Bw), wenn 2W möglich wäre? :/

    Je geringer die Sendeleistung, desto geringer die Gefahr der Erfassung durch die Eloka. Also wird immer mit der geringstmöglichen Sendeleistung für den jeweiligen Einsatzzweck gearbeitet. Deswegen gibt es ja auch bei anderen Funkgeräten, z.B. SEM 35 und SEM 25 einen außenliegenden Schalter für Sendeleistung "groß" und "klein".

    Du hast die Ladenbesitzer natürlich umgehend über den Sachverhalt informiert und angeboten den bösen Gegenstand mit der gegenenen Vorsicht kostenfrei zu entsorgen...?

    Nein- habe ich nichT. Es war leider am frühen Morgen und der Laden hätte erst zwei Stunden später geöffnet. So lange hatte ich nicht Zeit.

    Am Freitag bin ich an einem Bekleidungsgeschäft vorbei gekommen. Eines der Schaufenster war im Hinblick auf den Schulanfang mit Bekleidung für Jungen dekoriert.
    Als Blickfang dabei die Kiste für Munition eines 8 cm Granatwerfers W 34 der Wehrmacht.


    Erschien mir in unserer so pazifistisch angehauchten Gesellschaft doch etwas merkwürdig, aber wahrscheinlich hat einfach der Schaufensterdekorateur die Aufschrift der Kiste nicht kapiert.


    Grüße
    Jörg



    Da gab es noch zahllose andere Fahrzeuge, die kein Tarnlicht hatten:
    - PKW 8-Sitze (VW-Bus)
    - 2 t Mercedes L 508
    - Fuc 3 (VW-Bus als Funkfahrzeug)
    - Opel Kadett und Opel Astra, z.B. bei den Feldjägern als Streifenfahrzeug
    - VW-Bus Syncro auch bei den Feldjägern
    Wahrscheinlich wollte man sich das Geld für eine Umrüstung sparen.

    Auch die vielen tausend Zivil-Fahrzeuge, die im V-Fall aus der materiellen Mob.Ergänzung gekommen wären, hatten kein Tarnlicht. Im Alarmkalender war für die Fahrzeuge ohne Tarnlicht bei Auslösen einer bestimmten Alarmmaßnahme das Abkleben der Beleuchtungseinrichtungen vorne und hinten vorgesehen, nur eine Lichtaustrittsöffnung in Größe etwa eines 1-Pfennig-Stückes sollte freibleiben. Dazu sollte in den Mobilmachungsstützpunkten Gewebeklebeband oliv ("Panzerband") und - am besten bereits zugeschnittene - Pappstücke bereitgehalten werden. Da das Unmengen an Klebeband gewesen wären, das bei der Lagerung nach einigen Jahren durch Sprödewerden und Austreten der Klebemasse unbrauchbar geworden wäre, hat man auf das Einlagern des Klebebandes im nötigen Umfang verzichtet und hatte nur einige "Alibi-" Rollen. Wo im tatsächlichen Alarmfall dann Klebeband in ausreichender Anzahl so schnell hergekommen wäre, blieb offen.
    Einer der vielen ungeklärten Punkte bei der Mobilmachung.
    Es wurde auch immer wieder über die Einführung eines Nachtfahrgeräts a la Wehrmacht nachgedacht, aber es kam nie dazu.

    Grüße
    Jörg

    Taktisches Zeichen meine ich zu erkennen pioniere 280 ?

    Pioniere mit der Nummer 280 gab es nur die


    Panzerpionierlehrkompanie 280 / Gebirgspanzerpionierkompanie 280
    Neuaufstellung Oktober 1975 als Brigade-Panzerpionier-Kp aus 2./Schwimmbrücken-Btl 270.
    Wird 1992 Lehreinheit. Umgliederung 1993 zur Gebirgspanzerpionierkompanie. September 2002 aufgelöst
    Standort war Ingolstadt.
    Unterstellung: Panzergrenadier- bzw. Panzerbrigade 28, ab 1993 Pionierlehrbrigade 60, für den Einsatz Gebirgsjägerbrigade 23.

    Grüße
    Jörg




    1. das taktische Zeichen gehört zum ehemaligen Beobachtungsbataillon 113 in Delmenhorst, Boelcke-Kaserne, ab 1966 umbenannt in Lilienthal-Kaserne. Die 2. Batterie war die Schallmessbatterie aller 11 Beobachtungsbataillone.

    Die 2. Batterie war nur bis 1993 Schallmessbatterie.
    Das Beobachtungsbataillon 113 wurde im Jan. 1993 unter Heranziehung von Teilen des aufgelösten FeldArtBtl 111 in ein Beobachtungsartilleriebataillon umgegliedert. Aus der 2. Batterie wurde dabei eine Beobachtungsbatterie mit Schallmeßzug, Radarzug, Vermessungszug und Wettergruppe), die 3. – 5. Batterie hatten Feldhaubitzen 70 und ab 1998 M 109.
    1998 wurde die 2. Batterie zur Artillerie-Ortungsbatterie, 2000 zur Aufklärungsbatterie und 2002 schließlich zur Panzerartilleriebatterie, bis das Bataillon dann 2008 aufgelöst wurde.

    Standort war ab 1996 Nienburg und ab 2003 Coesfeld.

    Noch zur Erläuterung des taktischen Zeichens:
    Das taktische Zeichen der beobachtenden / aufklärenden Artillerie bestand aus der Kombination des Grundzeichens Artillerie und des Grundzeichens Aufklärungstruppe.
    Artillerie: „Kanonenkugel“ – dicker Punkt in der Mitte des Grundzeichens
    Aufklärung: „Lanze“ der früheren Kavallerie – schräger Strich quer durch das Grundzeichen von links unten nach rechts oben.



    Das Merkwürdige ist ja, dass das Panzerregiment 300 nie endgültig aufgestellt wurde. Trotzdem kursieren zahlreiche Ärmelabzeichen dieses Verbandes.

    Die Umgliederung der beiden dafür vorgesehenen Bataillone

    - gem. Panzer-Btl 310 (aus Panzer-Btl 63),
    - gem. Panzer-Btl 320 (aus Panzer-Btl 64)
    wurde zwar durch Aufstellung der jeweils 5. Kompanie (PzGrenKp) begonnen, die Bataillone erhielten aber nicht die neuen Einheitsbezeichnungen.
    Beide Bataillone wurden dann ab 1975 Modellverbände für die Heeresstruktur 4.
    Die anderen Einheiten des Regiments
    -
    Stab und Stabskompanie mit Spähzug, Mörserzug, Panzerpionierzug

    - Versorgungskompanie 300,
    - Instandsetzungskompanie 300
    wurden nie aufgestellt.

    Zum Thema Batterien habe ich auch etwas beizutragen:
    Ich habe vor ein paar Tagen einen alten Rucksack aus Bundeswehrzeiten hervorgekramt und habe darin in der Seitentasche noch einige Batterien BA-3042 gefunden (das müsste zivil der Typ C sein), die vor allem für das SEM 35 Verwendung fanden. Die Batterien waren 1993 oder früher produziert (Freigabe war 11/93, siehe Aufdruck an der Seite) und hatten immer noch ausreichend Saft - siehe beigefügte Bilder). Nach fast dreißig Jahren finde ich das nicht schlecht. Ausgelaufen war auch keine.

       

    Zum Feldjägerbataillon 290 ein paar Ergänzungen:


    1961 wurde in Ulm ein „Feldjägerzug 290“ aufgestellt, der auch das Feldjägerdienstkommando Ulm betrieb.

    Das Feldjägerbataillon 290 entstand erst 1964 als Geräteeinheit mit
    - Stabszug (Geräteeinheit in Ulm)
    - 2. Kompanie (gekadert, nur 1 aktiver Zug – Feldjägerzug 290 in Ulm), der Zug wurde 1967 zur Kompanie umgetauft.
    - 3. und 4. Kompanie (Geräteeinheiten in Ulm)

    1972 wurde das Bataillon als gekadertes Bataillon durch Abgaben diverser Divisionsfeldjägerkompanien aufgestellt:
    - Stab und Stabszug (gekadert), Ulm
    - 2. Kp gekadert (nur 1 FJgZug und geringe Teile der Kompanieführung) Ulm
    - 3. Kp gekadert (nur 1 FJgZug und geringe Teile der Kompanieführung) Landshut.
    Die 3. Kp war aus dem III. Zug der Feldjägerkompanie 4 entstanden.
    - 4. Kp gekadert (nur 1 FJgZug und geringe Teile der Kompanieführung) Füssen, Die
    4. Kp war aus dem III. Zug der (Gebirgs-) Feldjägerkompanie 8 entstanden.

    1979/1980 wurden bei der Zusammenfassung sämtlicher Feldjäger beim Territorialheer die Dienstkommandos in Landshut und Füssen aufgelöst. Landshut kam zum Feldjägerdienstkommando München (3./FJgBtl 760), Füssen zum Feldjägerdienstkommando Landsberg/Lech (7./FJgBtl 760). Ulm blieb als Feldjägerdienstkommando und wurde zur 4./Feldjägerbataillon 750.


    Weiter gab es beim II. Korps von 1972 bis 1980 das Feldjägerbataillon 291 als Geräteeinheit mit dem MobStützpunkt in Nersingen/Strass. Daraus wurde 1980 das FJgBtl 762 des WBK VI.

    In der Heeresstruktur 4 wäre im V-Fall dem II. Korps das Feldjägerbataillon 762 (WBK VI) als Korpsfeldjägerbataillon zugeteilt worden. Diesem Bataillon wären die vier für die Divisionen vorgesehenen Feldjägerkompanien (4./FJgBtl 760 bei 4./PzGrenDiv, 5./FJgBtl 760 bei 1. GebDiv, 2./FJgBtl 750 bei 1. LLDiv und 5./FJgBtl 750 bei 10. PzDiv), die 1./762 als Stabs- und Versorgungskompanie sowie zwei mobilzumachende Kompanien des FJgBtl 762 unterstellt worden.

    Grüße
    Jörg

    § 16 StVZO ist 2005 beerdigt worden. Man lese in der FZV,

    Und warum taucht er dann im amtlichen Text der StVZO noch auf?

    https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__16.html

    Bzw. hier im Volltext als PDF, letzte Änderung 2019 bzw. 2021:

    https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/StVZO.pdf


    Hier der Text:

    § 16 Grundregel der Zulassung

    (1) Zum Verkehr auf öffentlichen Straßen sind alle Fahrzeuge zugelassen, die den Vorschriften dieser Verordnung und der Straßenverkehrs-Ordnung entsprechen, soweit nicht für die Zulassung einzelner Fahrzeugarten ein Erlaubnisverfahren vorgeschrieben ist.

    (2) Schiebe- und Greifreifenrollstühle, Rodelschlitten, Kinderwagen, Roller, Kinderfahrräder und ähnliche nicht motorbetriebene oder mit einem Hilfsantrieb ausgerüstete ähnliche Fortbewegungsmittel mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 6 km/h sind nicht Fahrzeuge im Sinne dieser Verordnung.

    Nochmal zum Thema Anpeilen und Abhören von Feldfernsprechern.
    Es gibt bei in der Erde verlegten Feldkabeln gewisse Möglichkeiten des Abhörens und damit evtl. auch der Standortbestimmung, vor allem dann, wenn mit Einfachleitungen oder schlecht isolierten Doppeldrahtleitungen gearbeitet wird. Das Prinzip scheint auf der Ausbreitung von Induktionsströmen in der Erde zu beruhen. Dabei ist es nicht nötig, die Kabel anzuzapfen.
    Die Sache erscheint mir als Laien technisch recht kompliziert und ist hier

    http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj334/ar334024

    ausführlich beschrieben.

    Diese Möglichkeiten scheinen vor allem im Ersten Weltkrieg im Stellungskrieg recht häufig verwendet worden zu sein. Es gab z.B. im deutschen Heer sog. "Arendt-Stationen", die sich nur mit dieser Art des Abhörens von Feldkabeln befassten. Der Telegrapheningenieur der Reichspostverwaltung Otto Arendt hatte die dafür verwendeten Geräte konstruiert, die man dann "Arendt-Stationen" nannte. Ein anderes Stichwort, unter denen man dazu etwas in der Fachliteratur findet, ist der Begriff "Erdtelegraph".

    Grüße
    Jörg

    Er war in Murnau. 1. Gebirgsdivision, Stabskompanie Panzerbrigarde 24.

    Das kann durchaus stimmen.
    Zur Historie der Brigade 24:


    Aufstellung Juli 1959 als Panzerbrigade 24 (1960 – 1966), wird 1966 Panzergrenadierbrigade und 1981 wieder Panzerbrigade 24.
    30.09.1994 aufgelöst.
    Standorte (Stab und Stabskompamie
    Mittenwald. Ab Ende 1959 Murnau. Ab 1966 Landshut.

    Die oben erwähnte Brigade 22 (zuletzt PzGrenBrig 22) hat folgende Geschichte:

    Aufstellung März 1959 aus Gebirgskampfgruppe B 8 als Gebirgsjägerbrigade 22, wird Oktober 1981 Panzergrenadierbrigade 22 in Murnau. 31.03.1993 aufgelöst.
    Standorte (Stab und Stabskompanie): Mittenwald (1959 – 1981), Murnau (1981 – 1993)

    der Unter Balkn müste auch noch ausgefüllt werden - ist ja eine Stb UND Vers kp ;)

    Die Stabskompanie der Brigade war eine reine Stabskompanie, keine Stabs- und Versorgungskompanie. Die Versorgung der Brigade erfolgte in der Heeresstruktur 2 durch das Versorgungsbataillon der Brigade, in den folgenden Heeresstrukturen durch die Nachschubkompanie und die Versorgungskompanie der Brigade.
    Ich füge die Gliederung einer Panzerbrigade als Auszug aus der Übungsgliederung BLAU von1981 an, hier sieht man eindeutig, dass das TZ der Stabskompanie Brigade nur oben verstärkt war.

    Das taktische Zeichen ist leider falsch. Striche am Grundzeichen oben und unten wären Schulen.
    Bei einer reinen Stabskompanie wird das Grundzeichen oben verstärkt.
    Außerdem muß die Einheitsnummer LINKS am Grundzeichen stehen, wenn sie der im Taktischen Zeichen dargestellten Größenordnung (hier Brigade) entspricht (ZDv 1/11, Nr. 232 ff.)

    Das TZ müsste also wahrscheinlich etwa so aussehen:

    Nahkämpfe mit Bajonett waren schon im zweiten Weltkrieg doch eher die Ausnahme – allen anderslautenden Stories in irgendwelchen Landserheften zum Trotz. Entscheidend waren der schnelle Schuß (Deutschuß, Hüftanschlag), der Handgranateneinsatz und vielleicht noch der Spaten als Hiebwaffe. Auch die Pistole sollte nicht unterschätzt werden, es gibt eine ganze Reihe von Berichten über den Einsatz gerade im Ortskampf.

    Schon die Anfang 1941 veröffentlichte Ausbildungsvorschrift für die Infanterie (A.V.I) – sah bei 10 Nahkampfübungen nur zwei Bajonettübungen vor:
    - Nr. 3: Stoß mit aufgepflanztem Seitengewehr gegen Sandsack
    - Nr. 4: Stoß mit aufgepflanztem Seitengewehr mit vorgehendem Schuß von der Hüfte
    (H.Dv. 130/2 a – Die Schützenkompanie – Nr. 631). Die restlichen Übungen waren für Schnellschuß mit Gewehr, MP und MG und Handgranatenausbildung vorgesehen.
    Irgendwelche Bajonettgefechte („Bajonettfechten“) in der Ausbildung nach dem Muster von Unteroffizier Himmelstoß aus Remarques Weltkrieg Eins Roman „Im Westen nichts Neues“ waren damals schon als unsinnig aufgegeben worden.

    Die Kriegserfahrungen wurden dann in der Ausbildung weiter ausgewertet.
    Das vom Oberkommando der Wehrmacht herausgegebene Merkblatt Nr. 25/3 „Anleitung für den Nahkampf und die Handgranatenausbildung“ vom 15.04.1944 schreibt dazu:
    “Die Kriegserfahrungen haben gezeigt, daß der Nahkampf in den meisten Fällen nicht mit dem Bajonett, sondern in erster Linie durch den Schuß und die Nahkampfmittel (Handgranaten) entschieden wird. Der Soldat ist so zu erziehen, daß er mit der Handgranate und vor allem mit seiner Schußwaffe den Gegner niederkämpft.“
    Die in diesem Merkblatt niedergelegten Ausbildungspläne sahen je nach Waffengattung und verfügbarer Zeit 20, 38 oder 63 Stunden Nahkampfausbildung vor, sie enthielten zwei Schwerpunkte:
    - Schnellschuß / Deutschuß mit 8,5, 14 oder 22 Stunden
    - Handgranatenwerfen / Handgranatenkampf mit 6,5, 10 oder 11,5 Stunden.
    Die restlichen Stunden waren vor allem für Gefechtsübungen des Einzelschützen oder Gruppe im Nahkampf vorgesehen. Als wesentlich wurde hierbei das Zusammenwirken Gewehrschütze – Handgranatenwerfer angesehen:
    „Flachfeuer“ (Gewehr, MG) drückt Gegner in Deckung, „Steilfeuer“ (Handgranate) zwingt ihn aus der Deckung wieder ins „Flachfeuer“.

    Lediglich eine einzige Übung war für die Ausbildung in „Abwehrgriffen und Schlägen im Handgemenge“ vorgesehen, nämlich Abwehr gegnerischer Gewehrstöße, Spatenschläge und Dolchstiche sowie „Angriff mit dem Spaten“. Also keine eigenständige Bajonettübung mehr.

    Diese Erkenntnisse hat die Bundeswehr übernommen und daher auf das Bajonett sinnvollerweise verzichtet, das hat nichts mit „humanitären“ Gründen zu tun.

    Die oben beschriebenen Auszüge aus den Wehrmachtsvorschriften zum Thema Nahkampf wurden dann wortwörtlich in die schöne ( heute leider verpönte) Broschüre „Kriegsnah ausbilden“ aus dem Jahre 1985 übernommen. Das war eine ganz offiziell vom Heeresamt herausgegebene Ausbildungshilfe. Die diesbezüglichen Seiten füge ich in der Anlage bei.